Blaues Herz für das Friedensdorf

Wenn das Friedensdorf unter dem Motto „Peace im Pott“ (Frieden im Pott) Sommerfest feiert, ist der Andrang groß. Am Samstag strömten wieder Hunderte Menschen von der Rua Hiroshima hinauf auf den oberen Festplatz. Dort hatten die Helfer des Friedensdorfs wieder rundum ihre Stände aufgebaut. Mittendrin, im Rondell, sorgten entweder die Kinder selbst oder auswärtige Gäste für Unterhaltung. Und es gab eine Ehrung.

Dabei durften vielfältige Angebote auch für die Kinder unter den Besuchern nicht fehlen. Schon auf der Rua Hiroshima warteten Shetland-Ponys auf sie.

Ob Malaktion oder Basteln, sie waren jedoch Nebensache, als dem Kinderdorf das Blaue Herz für sein Engagement verliehen wurde. Damit wird seine Hilfe für Kinder in Not gewürdigt. Eigens aus Berlin waren dazu Maskottchen Theo und seine Begleiter angereist. Das mannshohe blaue Plüschtier hatte schon am Mittag mit den Kindern seine Späße getrieben. „Wer im Herzen Kind geblieben ist, bleibt als Erwachsener menschlich“, lobte die Sprecherin aus Berlin.

Neuer Sponsorgesucht

Auf dem oberen Festplatz drängten sich jede Menge Gäste um das Rondell. Dort führten die kleinen Bewohner des Dorfes Gesangs- oder Tanzdarbietungen auf. Wie immer waren ihre Krücken und Beinschienen dabei keine Hemmnisse. Ein Chor aus einer Kindertagesstätte in Gelsenkirchen machte ihnen die Aufwartung. Es gab eine Trommelshow. Und die Musicalgruppe „City Starlights“ aus Stolberg bei Aachen bot einen großen Puppentanz.

Weil gerade die finanzielle Unterstützung des Kinderdorfs gefragt ist, gab es ein sattes Angebot an Speisen und Getränken. Es gab frisch gepresste Fruchtsäfte und natürlich Kaffee, Kuchen und Leckeres vom Grill. „Eine Bäckerei verkauft nach den Sommerferien einen Monat lang ein Friedensbrot in allen ihren Filialen. Der Erlös geht an uns“, freute sich Friedensdorf-Sprecherin Jasmin Peters. Beim Sommerfest gab es einen Vorgeschmack darauf.

In großer Zahl färbt das Kinderdorf zur Zeit alte Regenschirme bunt ein. „In Dinslaken entsteht daraus das Kunstwerk ,Umbrellas for Peace’ (Schirme für den Frieden), erklärte Jasmin Peters.

Von der Not des Kinderdorfs berichtete Wolfgang Mertens, der Vize-Leiter, einer Besuchergruppe. Seit Jahren finanziert der Baye­rische Rundfunk (BR) jährlich mit 500 000 Euro die Charterflüge des Friedensdorfs. So werden die Kinder gesammelt und nach Düsseldorf gebracht. Der Bayerische Rundfunk fährt seine Hilfe künftig zurück. Mertens sucht einen neuen Sponsor.