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Bitte vorne einsteigen in Oberhausener Bussen

14.01.2010 | 19:25 Uhr

Bitte vorne einsteigen und Fahrkarte zeigen: Die Stoag führt den kontrollierten Vordereinstieg ein, zunächst testweise auf der Linie SB 92.

Bislang hieß es in Oberhausen erst ab 20 Uhr: Bitte vorne einsteigen. Jetzt will die Stoag es den anderen Städten im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr gleichtun und ihre Kunden ganztägig dazu bewegen, den Bus durch die Vordertüre zu betreten – und das Ticket vorzuzeigen. Bevor diese Neuerung auf allen Linien eingeführt wird, gibt es eine vierwöchige Testphase: ab Montag, 18. Januar, auf der Linie SB 92 zwischen Fröbelplatz und Falkestraße.

Zeitgleich werden ab diesem Zeitpunkt die ersten elektronischen Lesegeräte der Stoag eingeführt. Ebenfalls auf der Linie SB 92 überprüfen in der Zeit von Montag bis Freitag von 6 bis 19 Uhr die neuen kleinen Kästen beim Einstieg die Gültigkeit von Abo-, Online- und Handytickets. Bisher war der Fahrer für diese Kontrolle zuständig – und konnte durch den Blick auf die Karte weder erkennen, ob die Karte noch gültig ist, noch, ob sie für die jeweilige Tarifzone geeignet ist.

Von dem neuen System, das im Laufe des Jahres schrittweise auf allen Linien eingeführt werden soll, erhofft sich Stoag-Vorstand Werner Overkamp ein Gefühl der Sicherheit bei seinen Fahrgästen – und der Fairness. Es könne sich dann jeder sicher sein, dass alle, die im Bus sitzen, auch eine Fahrkarte gelöst haben. Zwei Prozent der Fahrgäste fahren laut Stoag-Zahlen ohne Fahrkarte. Zumindest sind das jene, die erwischt werden.

Doch nicht nur das „Schwarzfahren” soll künftig erschwert werden. „Wir erwarten auch, dass Schäden durch Vandalismus abnehmen”, sagt Overkamp. Hierfür sollen auch die Kameras sorgen, die in diesem Jahr in 30 Prozent der Stoag-Flotte installiert werden. Kontrolleure soll es jedoch auch in Zukunft in den Bussen noch geben, nur in geringerer Anzahl als bisher.

Mit den neuen elektronischen Lesegeräten sind bisher 60 Busse ausgerüstet. Die Anschaffung für alle 137 Fahrzeuge wird insgesamt 400 000 Euro kosten. Ein Förderprogramm des VRR übernimmt 85 Prozent davon.

Alle Kunden der Stoag, die mit einer Chipkarte unterwegs sind, wurden von den Neuerungen per Anschreiben informiert. Die vierwöchige Testphase will die Stoag dazu nutzen, um Erfahrungswerte zu sammeln und Schwachstellen zu erkennen, bevor das System aufs gesamte Streckennetz ausgebaut wird. Dass es dabei an einigen wenigen Haltestellen zu einem Gedränge kommen kann, wenn der Einstieg nur beim Fahrer erlaubt ist, schließt auch Werner Overkamp nicht aus. Doch das seien nur absolute Ausnahmen und die Neuerungen insgesamt „eine tolle Sache”.

Rusen Tayfur

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