Bildstörung in der Ludwiggalerie - Neue Kunstverein-Ausstellung

Der Schweizer Andy Denzler ist der Künstler hinter den Objekten der Ausstellung „Figures & Interiors“, die der Kunstverein in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zeigt
Der Schweizer Andy Denzler ist der Künstler hinter den Objekten der Ausstellung „Figures & Interiors“, die der Kunstverein in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zeigt
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Kunstverein Oberhausen zeigt in der Schlossgalerie Bilder und Skulpturen von Andy Denzler.Der Schweizer überzeugt in „Figures & Interiors“ mit eigenwilliger Technik.

Oberhausen.. Jetzt also ein Maler, der das Zeug zu Außergewöhnlichem hat. In der Panoramagalerie der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zeigt der Kunstverein der Stadt Bilder und Skulpturen des Schweizers Andy Denzler.

Diese Bilder halten einen sofort fest. Sie sind anders. Sie sind fremd. Erzählen Geschichten, machen neugierig. Sie sind sparsam in den Farben, eigenwillig in der Technik. Der Künstler sagt über die Gemälde und Skulpturen in der Galerie, dass sie eine Auswahl seiner Arbeiten der letzten zwei, drei Jahre seien. „Figures & Interiors“ wirft ein verheißungsvolles Bild auf einen Künstler der Gegenwart.

„Der Mensch steht im Mittelpunkt meines Schaffens“, sagt Andy Denzler. Meist habe er mit Schauspielern gearbeitet. „Die mussten improvisieren, Szenen nachspielen“, erklärt er.

Bildflimmern ist sein Markenzeichen

So entstand auch die Szene mit drei jungen Männern, „The Incredulity of Saint Thomas“, die als Hommage an Michelangelo Caravaggio gemalt wurde. Wie bei allen Werken des Malers hat der Betrachter den Eindruck des Bildflimmerns. „Die Bildstörung ist mein Markenzeichen“, sagt Denzler. Bei „Forgotten House“, erklärt der Maler, sehe man dieses Krude durch die Bildstörung. Das Gemälde, das Frauengestalten in einer seit 50 Jahren unbewohnten Villa zeigt, ist aufsehenerregend. Ganz ähnlich wie „Das Experiment“, eine Theaterszene aus Tristan. „Die Szene hat so nicht stattgefunden“, verdeutlicht Denzler. Er arbeite nach Fotos. Hier seien es gefundene Bildmaterialien. „Dann ist das ein picture composing auf Leinwand“, erklärte Galerie-Leiterin Christine Vogt.

Die Bildstörungen bewirkt Andy Denzler übrigens, indem er die Farbe in mehreren Schichten aufträgt und anschließend mit dem Spachtel vertikal verwischt. Er gibt zu, das gelingt nicht immer.

Er will keine netten Bilder malen. Seine Arbeiten hätten etwas Dunkles, dennoch aber auch etwas Verführerisches, das Objekt der Begierde. Was Denzler auf jeden Fall beansprucht, wegzugehen von der Hochglanzästhetik, die durch die modernen Medien verbreitet wird.

Kunstverein zeigt jährlich namhafte Künstler in Oberhausen

Das schafft er selbst dann, wenn er eine verführerisch schöne Frau im Schlaf darstellt. Er überrascht außerdem mit dem Gemälde eines alten Sessels, das er „History“ nennt. Und dann sind da Hände, nicht verwischt, die ganz zart eine Kohlmeise halten, die wiederum verwischt ist. Ein breites Spektrum eines berauschenden Stils. So wird der Kunstverein mit seinem Projekt „Parallel“ wohl schaffen, was es anstrebt. „Es soll eine magnetische Kraft ausüben“, sagt Kunstvereinvorsitzender Ortwin Goertz.

Der Kunstverein zeigt jährlich im Sommer namhafte Künstler der zeitgenössischen Kunst. Andy Denzler lernte Goertz in der Galerie von Michael Schultz in Berlin kennen.

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 31. Mai, um 12 Uhr in der Ludwiggalerie, Konrad-Adenauer-Allee 46. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags, 11 bis 18 Uhr. Montags ist geschlossen. Bei der Extraschicht, 20. Juni, ist von 18 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.