Bienen lieben bunte Blumen

Von 5000 Mitgliedern im Winter wächst so ein Bienenvolk auf 40 000 im Sommer heran. Sehr zur Freude von Imkerin Stefanie Greven.
Von 5000 Mitgliedern im Winter wächst so ein Bienenvolk auf 40 000 im Sommer heran. Sehr zur Freude von Imkerin Stefanie Greven.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Frühlingserwachen im Garten von Hobby-Imkerin Stefanie Greven in Oberhausen-Dümpten – aber alles ohne Gift. Im Sinne eines ausgeglichenen Ökosystems und ihren Brummern zuliebe. Im Garten wächst und gedeiht, woran sich Honigbienen laben.

Oberhausen.. Bsssss. Herrlich friedlich klingt dieses leise, monotone Brummen in Stefanie Grevens Garten. Es kommt von einem der zwei Bienenstöcke, welche die Dümptenerin seit zwei Jahren in ihrem urigen, wilden Garten hält. Man glaubt ihr sofort, dass sie auf der blauen Holzbank, nur einen Schritt entfernt von ihrem emsigen Volk, mit einer Tasse Kaffee in der Hand vom stressigen Büroalltag entspannt. Und hat man erst einmal die Angst vor dem möglichen Stich überwunden, spürt man selbst die meditative Wirkung. Bsssss!

Noch ist Stefanie Greven als junge, weibliche Imkerin eine Ausnahmeerscheinung. Doch die Anfängerkurse seien voll mit Frauen und jungen Leuten, erzählt die begeisterte Bienen-Mama. Ein Trend mache sich da langsam bemerkbar. Auch wenn in ihrem Duisburger Verein das Durchschnittsalter noch recht hoch sei. „Aber es ist toll, von diesen alten Imkern etwas zu lernen“, sagt die 43-Jährige.

Pfirsich, Brombeeren und Wilder Wein

Nach zwei Jahren Erfahrung hat Stefanie Greven auch selbst so einiges mitzugeben: Zum Beispiel darüber, wie man den eigenen Balkon oder Garten so bepflanzen kann, dass nicht nur möglichst viele Bienen vorbeikommen, sondern auch Schmetterlinge und Vögel. „Von denen habe ich viel mehr, seitdem ich Bienen habe“, sagt sie. „Die schnappen sich gern eine.“

Nicht nur ein Bienenbaum findet sich in der 100 Quadratmeter großen Oase der Hobby-Imkerin („Der blüht spät im Jahr, wenn es kaum mehr Nahrung für Bienen zu finden gibt“), auch vieles andere hat sie gepflanzt, was Bienchen glücklich summen lässt: Weidenkätzchen, Pfirsich, Wilden Wein, Brombeeren, Efeu und Blumenmischungen für einjährig blühende Sorten. „Die gibt’s sogar im Drogeriemarkt“, sagt Greven. Sie wünscht sich, dass viel mehr Menschen an Nektar und Pollen für die Insekten denken.

Bis zu 30 Kilo Honig

Und: Nicht immer den Garten so ordentlich aufräumen. „Wenn man alles rausreißt“, erklärt Greven, „dann fehlt der Unterschlupf für Nützlinge.“ Sie selbst habe gerne „grüne Ecken“ im Garten. Dort können zum Beispiel Igel einen Unterschlupf finden. „Wer einen Igel hat, hat kein Schneckenproblem mehr und kann auch auf Gift verzichten.“ Auch Ohrenkneifer und Marienkäfer seien natürliche Schädlingsbekämpfer.

Stefanie Grevens Herz schlägt für die Umwelt: „In meinen Garten kommt kein Gift“, sagt sie. Das ökologische Gleichgewicht komme dadurch nur ins Wanken. Und diesem spielen ja auch ihre „lieben Brummer“, denen sie sich völlig angstfrei ohne Handschuhe und Gesichtsschutz nähert, eine wichtige Rolle. Dass dabei auch noch 15 bis 30 Kilo leckerer, selbstgeschleuderter Honig pro Jahr herauskommt, ist ein schöner Nebeneffekt.