Betrunkene Jugendliche landen zu Karneval in der Ambulanz

Dr. Annika Hebestreit, Schwester Yvonne und Schwester Elisabeth (v.l.) verpflegen die Jugendlichen zuerst auf Matratzen in einem Gang der Ambulanz.
Dr. Annika Hebestreit, Schwester Yvonne und Schwester Elisabeth (v.l.) verpflegen die Jugendlichen zuerst auf Matratzen in einem Gang der Ambulanz.
Foto: Ulla Emig/ FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
In Oberhausen werden Jugendliche, die sich beim Karnevalszug betrunken haben, in der Kinder- und Jugendambulanz des Evangelischen Krankenhauses Oberhausen versorgt.

Oberhausen.. Die Karnevalstage bedeuten nicht nur Rummel beim jecken Umzug, in Kneipen und auf den Festen der Karnevalsvereine. Auch Rettungsdienste und Notaufnahmen haben Hochbetrieb. Wie jedes Jahr hat sich auch die Kinder- und Jugendambulanz im EKO auf volltrunkene Jugendliche eingestellt, die beim Zug über die Stränge schlagen. Es ist eine Schwester mehr als gewöhnlich im Einsatz und vier plastikumhüllte Matratzen liegen in einem Gang der Station bereit.

Es ist 16.30 Uhr und draußen geht der Zug in den Schlussspurt. Für die 16-Jährige Anna* ist er bereits jetzt beendet. Auf einer Trage kommt sie ins EKO gerollt. Sie ist kaum ansprechbar. Die Schwestern Yvonne und Elizabeth kümmern sich um das junge Mädchen. Sie ist die zweite Patientin an diesem Nachmittag.

Acht Jugendliche wegen Trunkenheit behandelt

„Wie heißt du, wo wohnst du, weißt du, wo du bist?“ Sie versuchen Annas Aufmerksamkeit zu erlangen und legen sie währendessen routiniert auf eine der Matratzen. Sie bringen Anna in die stabile Seitenlage und decken sie zu.

Alkohol

„Die Matratzen legen wir Karneval immer aus“, erklärt Schwester Sabine. „Die Meisten schlafen dort einfach ihren Rausch aus und werden von ihren Eltern abgeholt.“ Annas Eltern sind auch unterwegs, aber sie muss auf die Station verlegt werden, da es ihr schlecht geht.

Die hinzugekommene Ärztin Annika Hebestreit und die Schwestern überprüfen ihren Blutzuckergehalt und die Vitalzeichen. Sie geben ihr eine Infusion. „Bei dem Zustand machen wir auch ein Drogenscreening“, sagt Schwester Yvonne. „Um sicher zu gehen.“ Das Ergebnis sei leider gar nicht so selten positiv.

Bis 19 Uhr waren es Sonntag acht Jugendliche, die mit dem Rettungswagen ins EKO kamen. Fünf davon mussten eingewiesen werden. „Letztes Jahr hatten wir keinen einzigen Fall“, erzählt Schwester Sabine. Es würde tendenziell weniger. „Vor drei Jahren standen die Rettungswagen Schlange.“ Die letzten Jahre würde mehr kontrolliert, nennt sie einen möglichen Grund.