Betrüger haben es auf Oberhausener Senioren abgesehen

Ins Gespräch vertieft und abgelenkt: Die Betrügerin kann so ohne Mühe die Geldbörse entwenden.
Ins Gespräch vertieft und abgelenkt: Die Betrügerin kann so ohne Mühe die Geldbörse entwenden.
Foto: Thomas Schmidtke
Was wir bereits wissen
Mit den unterschiedlichsten Maschen versuchen Täter, an Geld und Wertgegenstände der Oberhausener zu kommen. Ältere Mitbürger sind bevorzugte Opfer.

Oberhausen.. Sie geben sich als Wasserwerker, Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung oder Familienmitglied aus, wollen eine Unterschrift für eine Liste sammeln oder fragen einfach nur nach dem Weg: Die Arten und Weisen, mit denen Betrüger an das Geld und die Wertgegenstände Oberhausener Bürger heranwollen, sind sehr vielfältig. „Diese Täter haben es vor allem auf Senioren abgesehen, da diese einfach oft hilfsbereiter und vielleicht etwas leichtgläubiger sind als der Rest der Bevölkerung“, erklärt Polizeisprecher Tom Litges.

Enkeltrick in Oberhausen weiterhin verbreitet

„Es sind viele verschiedene Ansätze, welche die Täter wählen“, sagt Litges. Immer noch aktuell ist der sogenannte Enkeltrick. Dieser läuft dabei fast immer nach diesem Muster ab: Die Betrüger geben sich am Telefon als enge Verwandte, beispielsweise als Enkel oder Neffe aus. Sie lügen, sie würden in einer dringenden finanziellen Notlage stecken und wollten nur deshalb von den Großeltern einen hohen Geldbetrag geliehen haben. Das Bargeld solle dann an eine unbekannte „Vertrauensperson“ übergeben werden, da der Anrufer selber angeblich verhindert sei. Dieser Unbekannte verschwindet dann auf Nimmerwiedersehen mit dem Geld.

In der Karwoche hatte es die Polizei mit Betrügerinnen an der Bahnhofstraße in Sterkrade zu tun, die vorgeblich Spenden für behinderte und taubstumme Kinder sammelten. Die 14 -und 20-jährigen Frauen hatten Zettel in deutscher und englischer Sprache dabei, auf denen sie um Spenden baten. Auf einer weiteren Liste waren handschriftlich mehrere Spenden vermerkt. Ermittlungen ergaben jedoch, dass die angebliche Hilfsorganisation nicht existent ist.

Die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See warnte kürzlich ebenfalls vor Trickbetrug: Sie erhält derzeit vermehrt Hinweise auf Trickbetrüger, die unter dem Namen der Deutschen Rentenversicherung an Versicherte und Rentner schriftlich oder telefonisch herantreten. Beispielsweise werden Rentner am Telefon aufgefordert, Geldbeträge auf ein fremdes Konto zu überweisen. Für den Fall, dass die Angerufenen das nicht tun, werden Rentenpfändungen, Rentenkürzungen oder andere Nachteile angedroht. Die Knappschaft weist darauf hin, dass es sich nicht um ihre Mitarbeiter handelt.

Täter wechseln schnell die Stadt

„Es gibt ganz viele Schnittmengen zwischen den Tätern, die auf der Straße aktiv sind und reisenden Banden, die Wohnungseinbrüche begehen“, berichtet Litges. Dies sei teilweise auch von der Jahreszeit abhängig. „Im Sommer sind es dann vielleicht Taschendiebstähle, in den dunkleren Monaten wieder Einbrüche.“ Die Täter seien hochmobil und würden schnell die Stadt wechseln, wenn sie das Gefühl haben, dass ihnen die Polizei auf die Schliche gekommen sei.

Der Polizist appelliert an die Oberhausener, die eigenen Eltern, Großeltern und andere ältere Verwandte zu sensibilisieren und über die Maschen der Betrüger aufzuklären. „Zudem sind wir natürlich auf die Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Wer etwas Verdächtiges beobachtet, sollte sich an die Polizei wenden“, weist Litges auf einen weiteren Baustein im Kampf gegen Betrüger hin.