Bestatter Spickenbom ist seit 100 Jahren in Oberhausen

Monika Spickenbom.
Monika Spickenbom.
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Vor 100 Jahren wurde das Bestattungsunternehmen Spickenbom gegründet. Vertrauen und Pietät sind die Grundlage für den Umgang mit Tod und Trauer.

Oberhausen.. Monika Spickenbom lacht gerne und viel, obwohl sie täglich mit dem Thema Tod konfrontiert wird. Gemeinsam mit ihrem Mann Hans-Theo, ihrer Tochter Britta und ihrem Schwiegersohn Michael Mölder führt sie das vor 100 Jahren gegründete Bestattungsunternehmen Spickenbom an der Jägerstraße in Sterkrade. „Man muss abschalten können, das ist ganz wichtig“, betonen Monika und Hans-Theo Spickenbom.

Es war der 15. Februar 1915, als der Großvater von Hans-Theo Spickenbom, Heinrich Spickenbom, den Familienbetrieb gründete. „Als Fuhrgeschäft, die Bezeichnung dafür lautet Hauderei“, erklärt Hans-Theo Spickenbom. Seine Pferde zogen nicht nur Leichenwagen, sondern auch Hochzeitskutschen und für die umliegenden Bauern Wagen voller Heu.

Kutschefahrten und Karneval

Bei Kinderfesten gab es die beliebten Kutschfahrten und beim Rosenmontagszug wurden auch die Pferde vor die Motivwagen gespannt. Das ist lange her. Eigene Pferde haben die Spickenboms nicht mehr und auch die Nebenerwerbslandwirtschaft haben sie schon längst aufgegeben. Die Bestattungsbranche ist auch so zeitraubend genug.

„Wir sind rund um die Uhr erreichbar, 365 Tage im Jahr. Einer muss immer da sein“, sagt Monika Spickenbom. Als ihre Kinder noch klein waren, ist sie oft mit ihnen alleine in den Urlaub gefahren.

Man muss sich zusammenreißen

Für die gelernte Erzieherin war es eine Umstellung, als sie in den Betrieb einheiratete. Und auch wenn ihr Mann schon von klein auf in das Bestattungswesen hineinwuchs, gab es immer wieder Momente, in denen er sich zusammenreißen musste: „Wenn da drei Tote ohne Kopf auf der Autobahn liegen, dann muss man abschalten, nicht denken, was man jetzt zu tun hat.“ Schlimm sei es auch, wenn Kinder zu beerdigen sind.

Einfühlungsvermögen ist ganz wichtig, wenn es darum geht, mit den Trauernden zu sprechen und eine Beerdigung zu organisieren: das Aussuchen des Sargs und der Trauerkarten, der Verlauf der Feier und anderes mehr. „Man erfährt da ganz viel Privates, ist den Hinterbliebenen ganz nah“, sagt Monika Spickenbom. Um so wichtiger sei es, dass die Menschen einen im Stadtteil kennen und vertrauen können. „In der Regel kommen unsere Kunden durch Mundpropaganda.“ Ärgerlich sei es, dass immer mehr Firmen als angebliche Billig-Anbieter auftreten. Im Endeffekt seien die sogar oft teurer.

Dass die nächste Generation den Betrieb mitführt, freut Monika und Hans-Theo Spickenbom: „Man ist viel zusammen. Das Familienleben ist ganz anders und das ist schön.“

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