Besser den Notarzt rufen

Der Chefarzt der Zentralambulanz im EKO, Dr. Mathias Friebe, schildert den Optimalfall der Versorgung eines Herzinfarktpatienten und einen schwierigeren Fall.

„Optimal ist, wenn der Notarzt gerufen worden ist und der bereits den Herzinfarkt festgestellt hat“, sagt der Mediziner. „Dann telefoniert er mit uns, und wir halten einen Tisch in einem unserer Herzkatheterlabore frei.“ So könnten sie den Patienten direkt vom Krankenwagen auf den Tisch fahren. Das dauere nicht länger als fünf bis zehn Minuten.

Schwieriger sei der Fall, in dem ein Patient erst mal überlege, ob er einen Krankenwagen rufen soll. Sich lieber von einem Angehörigen fahren lässt. „Womöglich setzt sich der Betroffene dann noch ins Wartezimmer, ohne sich zu melden.“ Besser sei es, auf sich aufmerksam zu machen. „Eine erfahrene Krankenschwester sieht dann sofort erste Infarktanzeichen, Schweißperlen auf der Stirn, Unruhe.“ Friebe macht aber deutlich: „Nicht jeder Herzinfarktpatient braucht sofort eine Kathederuntersuchung.“ Das sei von der Schwere des Falls abhängig. Im EKO machten sie 2600 Herzkatheteruntersuchungen pro Jahr. Sie könnten aber nicht einfach darauf los untersuchen, sondern müssten zum großen Teil Leute herausfiltern, die später auch einen Befund hätten.rea