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Beruhigter Verkehr am Sperrbezirk

23.07.2009 | 14:25 Uhr
Beruhigter Verkehr am Sperrbezirk

Oberhausen. Was klingt wie ein Schenkelklopfer, ist für Hauseigentümer an der Flaßhofstraße nicht zum Lachen. Sie sollen ihren Straßenbaubeitrag leisten, unter anderem für den „Ausbau des verkehrsberuhigten Bereiches im Einmündungsbereich” der Straße - gleich vor dem Bereich mit den Bordellen.

Daniel Nottebohm glaubte vermutlich erst an einen gespielten Witz: 3 765,51 Euro will die Stadt Oberhausen von dem Eigentümer des Hauses an der Flaßhofstraße 4 als Straßenbaubeitrag erheben, unter anderem für den „Ausbau des verkehrsberuhigten Bereiches im Einmündungsbereich”, den sie vor etwa vier Jahren unternahm.

Nun ist besagte Straße besser bekannt durch ihre verkehrsfördernde Bebauung, sozusagen: In der Oberhausener Mitte ist das Rotlichtmillieu angesiedelt, das, zum Ärger der Hausbesitzers, schon seit Jahren für „Mieten auf unterstem Niveau” sorge und auf den Verkaufswert drücke, erläutert der 32-jährige Hausbesitzer. Zugegeben: Die Straße sähe nun schöner aus.

Betrunkene Freier, Lärm, Schlägereien und Müll

Betrunkene Freier bis in die frühen Morgenstunden: Flaßhofstraßen-Anwohner Daniel Nottebohm sieht nicht, dass die Baumaßnahmen der Stadt den Wert seinens Grundstücks erhöht hätten. (c) Hayrettin Özcan

Der sogenannte zivile Bereich vor dem Sperrbezirk sei aber nach wie vor stark belastet durch betrunkene Freier, Lärm, Schlägereien und Müll, beschwert sich Nottebohm, der sich durch das Schreiben der Stadt mit Hinweis auf „wirtschaftliche Vorteile”, „Verkehr fördernde Befestigung” und verbesserte „Erschließung der angrenzenden Grundstücke” durch die straßenbaulichen Maßnahmen regelrecht veräppelt fühlt. „Ich sehe nur eine Verbesserung der Situation für Bordellbesucher”, ärgert sich der Eigentümer über die in seinen Augen ungerechte Beitragserhebung.

Wildes Parken habe wegen der abgesenkten Bordsteine zugenommen, es werde mehr gerast als zuvor, „als die Straße noch schmaler war”, erklärt der 32-Jährige, und die Freier hielten sich nun bis fünf Uhr morgens vor dem Sperrbezirk auf. „Verkehrsberuhigung” gehe absolut an der Wahrheit vorbei, schüttelt Nottebohm den Kopf, ebenso wie über das blaue Spielstraßen-Schild, das seitdem den Eingang zur Hermann-Albertz-Straße ziert.

Komplett für Fußgänger- und Straßenverkehr

Der Sperrbezirk der Flaßhofstraße. (c) Hayrettin Özcan

Die Funktion der Straße habe sich aufgrund der Maßnahme gewandelt, behauptet hingegen das Anhörungsschreiben der Stadt: „Rechtlich gesehen steht nunmehr die gesamte Straßenfläche sowohl dem Fußgängerverkehr als auch dem Kraftverkehr zur Verfügung.” Wirtschaftliche Vorteile seien geboten, „da durch die Steigerung der Ausbauqualität die Erschließungssituation der Grundstücke verbessert wurde.” Die Stadt sieht ihren Anspruch nicht nur begründet, sie sei sogar „durch den Gesetzgeber hierzu auch verpflichtet”, darauf – und auf den Nothaushalt der Stadt – weist Rainer Suhr hin: „Die Verbesserungen wurden durchgeführt, wie in jeder anderen Straße auch”, so der Sprecher der Stadt. Und daher müssten auch hier die Eigentümer für die Maßnahmen mit aufkommen.

Wirtschaftliche Vorteile sieht Nottebohm, der das Haus geerbt hat, jedoch keine: Der Grundstückspreis habe sich dadurch nicht gesteigert, erwidert dieser. 650 Euro für über 90 qm warm mit Garage und Garten – mehr könne er wegen der verkehrsreichen Nachbarschaft nicht nehmen, „und Verkaufen lohnt sich auch nicht”.

Nottebohm hat sich bislang an die Stadt und an Oberbürgermeister Klaus Wehling gewandt, und eigentlich will er eine friedliche Lösung. Eine Klage vor dem Verwaltungsgericht wäre für ihn die allerletzte Lösung, sagt er. Zwar erscheint laut Darstellung der Stadt der Fall wie in Zement gegossen, andererseits: Wozu braucht es erst eine Anhörung, wenn hier kein Verhandlungsspielraum mehr wäre? Darüber kann Stadtvertreter Suhr keine Auskunft geben.

Dennis Vollmer

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Kommentare
23.07.2009
17:17
Beruhigter Verkehr am Sperrbezirk
von scorpionx | #20

da muss man doch direkt die spider murphy gang reanimieren
und skandal im sperrbezirk skandieren ... ;-))

23.07.2009
12:07
Beruhigter Verkehr am Sperrbezirk
von treppenwitz | #19

Du hast schon wieder vollkommen recht, Leitermann. Jeder darf die Presse benutzen, das machen sogar die Fischhändler. Erzähl uns aber nochmal die Geschichte von den Dreieckständern im Parkhaus in Sterkrade.... oder waren das die Gebühren zur Änderung der Aktenordnung....oder...

23.07.2009
12:04
Beruhigter Verkehr am Sperrbezirk
von navigator | #18

Leitermann, deine Probleme möchte ich nicht haben!

23.07.2009
11:58
Beruhigter Verkehr am Sperrbezirk
von auch Schülerzeitung? | #17

Heißt das Layout? Habe AUCH :
keine Ahnung, aber die Summe mit Zeilenumbruch

3
765,51 Euro

verleitet zum Fehllesen.

23.07.2009
11:54
Beruhigter Verkehr am Sperrbezirk
von dcarleitermann | #16

Das die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgern immer mehr in Kritik gerät weiß jeder in Oberhausen. Aufgrund der Kommunikationsunfähigkeit werden sogar von der Bezirksvertretung Alt-Oberhausen massive Kritik an der Verwaltung geübt. Dann wollt ihr den normalen Bürger und Bürgerin absprechen seine demokratischen Interessen umzusetzen? Auch die Benutzung der Presse und ihre Foren ist legetim und demokratisch! Ein einfaches Absprechen der legalen Mitteln ist undemokratisch. Oder?

23.07.2009
11:43
Beruhigter Verkehr am Sperrbezirk
von nottmann | #15

#12 Mit der Geschichte des Bordells haben wir uns natürlich auseinandergesetzt, dieses Gewerbe ist dort schon seit Nachkriegszeiten angesiedelt.
Welchen Krieg meinen Sie? 1870/71?
Einschlägige Lokale gibt es dort seit der Kaiserzeit!

23.07.2009
11:20
Beruhigter Verkehr am Sperrbezirk
von navigator | #14

Durch Bebilderung wird der Artikel auch nicht besser.

23.07.2009
10:05
Beruhigter Verkehr am Sperrbezirk
von mertens | #13

Typische Reaktion? - Keiner der Kommentare zeigt Unverständniss darüber, das Sie ein Haus an der Flaßhofstraße besitzen, sondern nur, dass Sie die Öffentlichkeit benutzen wollen, um Ihre individuellen Interessen dúrchzusetzen.
Der Abgabenbescheid der Stadt ist eine Angelegheit zwischen Ihnen und der Stadt Oberhausen. Der Bescheid basiert auf Gesetzen, die auch Ihnen Möglichkeiten geben, dagegen vorzugehen.
Schließlich leben wir in einem Rechtsstaat.
Was wäre denn die Alternative? Die Stadt entscheidet je nach Gusto? - Reden Sie mit der Stadt, die Ihnen ja wohl Gespräche angeboten hat, falls Sie zu keiner Einigung kommen, beschreiten Sie den Rechtsweg. So einfach ist das.

23.07.2009
09:50
Beruhigter Verkehr am Sperrbezirk
von D.Knochenhauer | #12

Das ist wieder die typische Reaktion der wir überall begegnen. Unverständnis darüber wie man dort bauen kann oder ein Erbe annehmen kann.

Die Leute sollten sich vieleicht erst einmal in unsere Lage versetzen bevor sie hier vorschnell urteilen.
Der Vergleich mit dem Flughafen ist nicht der schlechteste, hinkt allerdings etwas in der Hinsicht, dass Flughäfen im allgemeinen nicht in der Innenstadt angesiedelt sind.

Wir beschweren uns ja nicht über das dort ansässige Gewerbe, sondern darüber, dass uns hier in einem zweiseitigen Brief Verbesserungen angepriesen werden, die so einfach nicht gegeben sind.
Die Umbaumassnahmen verbessern höchstens die Erreichbarkeit für die Bordellbesucher. Wo früher noch ein Bordstein die Autos ferngehalten hat, könne diese nun schön vor den Haustüren und Schlafzimmerfenstern der Anwohner vorbeibrettern.

Wie mein Vorschreiber schon sagte, wenn dort ein Kindergarten wäre (der sich übrigens nebst Schule,vauch nicht unweit der Flasshofstrasse befindet), wären wir sicher nicht an die Presse gegangen.

Mit der Geschichte des Bordells haben wir uns natürlich auseinandergesetzt, dieses Gewerbe ist dort schon seit Nachkriegszeiten angesiedelt. Also damit haben sich Hausbesitzer wie auch Anwohner mittlerweile schon abgefunden.

23.07.2009
09:39
Beruhigter Verkehr am Sperrbezirk
von treppenwitz | #11

Leitermann, lass dich nicht provozieren. Wo kämen wir schließlich hin, wenn an jedem Dreieckständer eine Prostituierte steht, die Abgaben fordert. Spätestens nach der fünften käme ich keinen Meter mehr weiter. Da muss Herr Wehling schnellstens eingreifen.

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