Beruf attraktiver machen

Die bisherige – in den Bundesländern teilweise unterschiedlich geregelte – Ausbildung der Gerichtsvollzieher entspricht mehr oder weniger einer umfangreichen justiz-internen Fortbildung mit einer Abschlussprüfung. Dies werde dem ständig erweiterten Aufgabengebiet der Gerichtsvollzieher nicht mehr gerecht, meint Frank Neuhaus vom Gerichtsvollzieherbund NRW. „Hinzu kommt ein zusätzlicher Ausbildungsbedarf im Bereich der Deeskalation, Gefahrenerkennung und Gefahrenbewältigung. Dem kann nur durch die Einführung einer Fachhochschulausbildung, wie sie in Baden-Württemberg in 2016 umgesetzt werden soll, nachhaltig Rechnung getragen werden.“

Derzeit gelingt es laut Neuhaus in den allermeisten Bundesländern nicht, ausreichend qualifizierte Bewerber für den Gerichtsvollzieherberuf aus den Reihen der Justiz zu gewinnen. „Im Land NRW bleiben auch in diesem Jahr die Mehrzahl der zur Verfügung stehenden Stellen für Gerichtsvollzieher-Anwärter unbesetzt.“

Die Einführung einer Fachhochschulausbildung macht den Beruf des Gerichtsvollziehers auch für Bewerber von außerhalb der Justiz attraktiv. Durch die damit einhergehende Öffnung nach außen ist zu erwarten, dass der Nachwuchsmangel behoben werden kann.