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Guter Zweck

Benefiz-Menue der Rotarier

08.03.2010 | 07:00 Uhr
Benefiz-Menue der Rotarier

Gelöste Stimmung vor und hinter den Kulissen in der Schloss-Gastronomie am Samstagabend: Hüben genossen rund 130 Gäste – zumeist Nicht-Rotarier – das kulinarische Quintett eines Benefizabends, drüben standen die wohl fünf besten Oberhausener Köche erstmals zu ihrem eigenen Hochvergnügen gemeinsam am Herd.

Keine Frage, schon vorab lässt sich das Fazit ziehen: das erste Benefiz-Menue des Rotary Clubs Oberhausen verlangt nach Fortsetzung – nicht nur, weil die Kombination von fünf eigenwilligen Küchen-Kompositionen einen unwiderstehlichen Reiz für neugierige Genießer hat. Immerhin werden mit dem Erlös des Abends – 30 Euro von jeder verkauften Karte gehen an „PolioPlus“, das vorrangige Projekt aller Rotary Cluby weltweit – 50 Kinder gegen Kinderlähmung geimpft werden können.

District-Governor Hans Pixa belegte die Bedeutung des seit Jahrzehnten währenden Projektes anhand von Zahlen: Anfang, Mitte der Achtziger Jahre seien in etlichen Ländern vor allem der Dritten Welt noch rund 340 000 Kinder jährlich an Kinderlähmung erkrankt, 2009 noch 1300 in vier Ländern, Nigeria, Afghanistan, Indien und Pakistan. Dank der Hilfe von Rotary International konnten bislang zwei Milliarden Kinder weltweit geimpft werden.

Musik
Ohrenschmaus

Wohlklingende Töne konnte Andrè Parfenov dank seines außergewöhnlichen pianistischen Vermögens auch dem miserablen Flügel vor Ort entlocken. Er bettete Gaumenfreuden, Gespräche und Elogen bei zwei Kompositionen von Chopin und Rachmaninoff und einer jazzigen Improvisation in einen das Ohr verwöhnenden Rahmen.

Auf der Fahrt vom Münsterland zu dem Termin habe er sich gedacht, Fastenzeit 2010 und man sitze bei einem Galadinner, kreiert durch die besten Köche Oberhausens. Zu einen aber sei es für einen guten Zweck und zum anderen seien die Sonntage ja ausgeblendet aus der Fastenzeit. „Und seit dem 2. Vatikanischen Konzil beginnt der Sonntag mit der Vorabendmesse“, fand der District-Governor eine launige Begründung, die auch die standfestesten Katholiken unter den Gästen weiter ohne Reue den Köstlichkeiten der Restaurants Frintrop, Opgen-Rhein, Hackbarth, Schloss Oberhausen und Parkhotel „Zur Bockmühle“ frönen ließ.

Anerkennung kam auch von Landtagspräsidentin Regina van Dinther (CDU), die als Schirmherrin mit dem Zug anreiste und auch die Verdienste des Rotary Clubs vor Ort würdigte. Die Förderung gleicher Bildungschancen gerade auch für benachteiligte junge Menschen an Oberhausener Schulen sei wichtig, diese große Herausforderung könne die Politik allein nicht bewältigen. Rotarier seien zumeist etwas privilegierter als andere Menschen, aber sie gäben eben auch etwas an die Gesellschaft zurück.

Bürgermeisterin Elia Albrecht-Mainz stellte bei den Rotariern zutiefst ruhrgebietstypische Tugenden fest: Fleiß, Uneigennützigkeit, Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit, sie dankte dem RC Oberhausen für die neuen Chancen, die er Menschen in unserer Stadt eröffne.

Michael Schmitz

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Kommentare
08.03.2010
20:44
Benefiz-Menue der Rotarier
von _:Brain:_ | #5

130 * 30 = 3900 / 50= 78

Einhundertdreissig Gäste bezahlen mit und in den Eintrittskosten 30 Euro für einen guten Zweck, was 3900 Euro ergibt. (Wie hoch war der Eintritt? 1000 Euro oder 35 Euro?)

Von 3900 Euro können 50 Kinder gegen Kinderlähmung geimpft werden?

Das entspricht den Kosten von 78 Euro pro Impfung.

So viel zur Rechnung oben.

> Rotarier seien zumeist etwas privilegierter als
> andere Menschen, aber sie gäben eben auch
> [edit]_etwas_[/edit] an die Gesellschaft zurück.


ETWAS. Ja, den REST.

Rotarier gehören meist der besser verdienenden Kaste an, z. B. Chefärzte, als man als Mediziner noch was verdienen konnte, Pharmavertretern, die Kugelschreiber und Schreibblöcke an erstere verteilen, wenn diese Gruppe ihr Medikament und nicht das der Mitbewerber bevorzugt verscheibt, ... Anwälte, die gegen zweitere klagen und Staatsanwälte, die gegen die erstgenannte Gruppe verlieren, Hinterbänkler der gehobenen Politik, die ihre Schäfchen im Trockenen haben und Zeitarbeitsunternehmer. Letztere sind zwar nicht gern gesehen, aber die Kohle (Beiträge und Aufnahmegebühr) locken doch stark im Zeichen der rückgängigen Neumitglieder...

Seit wann gibt es diesen Impfstoff gegen diese Krankheit?

Wieviel kostet er anderswo?

Könnte sich $Pharmahersteller nicht einen guten Namen machen, wenn es erklärt, die Verschiffung nach $Entwicklungsland selbst zu zahlen?


Nein, Cash-Flow, schnelles Geld, und die Hoffnung auf Erlösung... von den privaten Schulden (die Yacht in Monaco drückt das monatlich zur Verfügung stehende Einkommen empfindlich!

Darf mir schlecht werden? Nein, es MUSS mir schlecht werden!

08.03.2010
20:43
Blockierter Kommentar.
von _:Brain_ | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

08.03.2010
11:40
Blockierter Kommentar.
von miriam.lessmann | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

08.03.2010
09:04
Benefiz-Menue der Rotarier
von Bülhoff | #2

Vorschnelles Urteilen ist eine deutsche Unsitte. Wenn dann die ganze Affäre aufgearbeitet ist, bleibt der vorschnell Verurteilte oft ohne Entschuldigung und oft mit einem Makel, den er/ sie nicht verdient hat.

08.03.2010
08:41
Benefiz-Menue der Rotarier
von essenverdorben | #1

Schön, Frau van Dinther: Rotarier als zumeist etwas privilegiertere Menschen geben etwas an die Gesellschaft zurück.

Daran sollte sich diese Absahnerin mal ein Beispiel nehmen. Sorry, aber wenn diese Frau über Vorbilder spricht, vergeht mir der Appetit.

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