Benefiz-Abend hilft Tschernobyl-Kindern

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Lecker essen, ein abwechselungsreiches Kulturprogramm genießen und gleichzeitig eine gute Sache unterstützen: Die Idee, mit einem Benefiz-Abend im soziokulturellen Zentrum Fabrik K14 für die die Tschernobylhilfe zu sammeln, war bereits kurz nachdem sie veröffentlicht war, ein Erfolg. „Alle 100 Karten sind weg“, verkündete K 14-Mitarbeiter Heinz Wagner am Tag nach der Ankündigung.

Nun war es endlich so weit: Aus allen Nähten platzte das K 14, alle Sitz- und Stehplätze waren belegt. Das Abendprogramm strotzte nur so vor vielfältiger Ausgelassenheit. Ein Berufsschullehrer spielte den Pantomimen mit weiß bemaltem Gesicht. Zu einem großen „O“ formte er seine Lippen und ließ die Augenbrauen auf und ab zucken, um seine Bewunderung für den Chor der liberalen, jüdischen Gemeinde auszudrücken. Die Frauen in rot-seidenen Blusen und Männer in schnittigen Smoking-Anzügen sangen wunderschöne russische und jüdische Volkslieder. 51 Musiker, Schauspieler und Entertainer sorgten dafür, dass sich das Publikum bei der „Patchwork-Veranstaltung“, wie Heinz Wagner den Abend nannte, amüsierte.

Bevor die traditionell-russische Mahlzeit, zubereitet vom Profikoch Stefan Opgen-Rhein, aufgetischt wurde, versteigerte Ebert-Bademeister Hajo Sommers Gemälde und Skizzen lokaler Künstler im Wert von über 2400 Euro. Weitere „Stiftungen“, beispielsweise von Blumen Suthoff, dem Friseur Il Capello, den Fußballvereinen Schalke 04 und BVB sowie vielen anderen Helfern zur Verfügung gestellt, kamen unter den Hammer. „Wir in Oberhausen sind zwar arm, aber unendlich reich an Initiativen der Hilfsbereitschaft. Arm, aber eben herzlich“, meinte Heinz Wagner. Gefeiert wurde bis nach Mitternacht, auch auf dem Hof bei heißem Glühwein.

„Das Publikum war zufrieden, es hat sich gelohnt. Wir haben 7500 Euro eingenommen“, freut sich K 14 „Chefin“ Evi Brieden.

Das Unglück im Kernkraftwerk Tschernobyl geschah am 26. April 1986. Wie stark die ortsansässigen Menschen noch heute den radioaktiven Strahlungen ausgesetzt sind, vergessen viele. Der Evangelische Kirchenkreis engagiert sich für sie und bietet jedes Jahr 50 Kindern, von Ärzten ausgewählt, eine Erholungskur im holländischen Küstenort Scharendijke an. Die jodhaltige Meeresluft stärkt ihr Immunsystem.