Bei Ready macht es Klick
12.02.2010 | 21:09 Uhr 2010-02-12T21:09:00+0100
Oberhausen.Mit Beate Müller hat der Golden- Retriever-Berner-Sennen-Hund-Mix „Ready“ eine Ausbildung zum Therapiebegleithund-Team gemacht. Frau Müller ist in vielerlei Hinsicht „auf den Hund gekommen“, arbeitet etwa als Hundetrainerin und bietet eine Hunde-Hochzeitskutsche an.
Ready (4) ist cool. Er geht zum Mülleimer, stößt dessen Klappe auf, holt sich ein Blatt Papier, wirft es in den Eimer, macht die Klappe wieder zu. Perfekt. Ready kann noch viel mehr. Zusammen mit Beate Müller (40) hat der Golden- Retriever-Berner-Sennen-Hund-Mix eine Ausbildung zum Therapiebegleithund-Team gemacht. Beate Müller, Readys Besitzerin, ist in vielerlei und positiver Hinsicht auf den Hund gekommen. Sie ist Hundetrainerin, bildet Helping Dogs aus, arbeitet mit Ready eben als Therapiebegeleitungteam, bietet Hundefotografie an, Caniscoaching und ja, eine Hunde-Hochzeitskutsche.
Klar, dass die Oberhausenerin auch nicht nur einen besten Freund des Menschen ihr eigen nennt. Da ist zunächst mal Abaco (11), auch ein Golden-Retriever-Berner-Sennen-Hund-Mischling, dann die Weiße Schäferhündin Diana (8) und eben Reday. „Zusammen sind sie ARD“, lacht Beate Müller. Warum sich ihr Leben so sehr um die Vierbeiner dreht? „Ich wollte schon immer was mit Tieren machen“, sagt sie. Ehe sie ihre heutige Berufung fand, hat Beater Müller schon vieles ausprobiert. Ist gelernte Hauswirtschaftlich Technische Assistentin (HTA), Konditorin und hat Gesang studiert. „Ich bin ein jugendlich dramatischer Sopran“, sagt sie.
Doch im Leben spielt die Musik ja immer anders, als gedacht. So ließ die Oberhausnerin Gesang Gesang sein, als ihre Schwiegereltern schwer erkrankten. Sie entschied sich für deren Pflege. „Leider sind beide dann viel zu schnell gestorben“, bedauert sie. Ihr Hund Abaco leistete ihr schon während der Jahre der Pflege Gesellschaft. Später kam Diana dazu. „Sie hat mich sehr gefordert, wollte immer etwas zu tun haben“, erklärt die Hundetrainerin. Und auch Abaco habe eine ausgeprägte Rüpelphase gehabt, die überwunden werden musste.
So kam Beater Müller zum Klick-Training. Ein Geräusch, ein Klick, sagt den Hunden, wenn sie etwas richtig gemacht haben. Meist wird der Klick mit einem Leckerchen kombiniert. Aber ein Leckerchen allein geht nicht immer. „Wenn der Hund etwas apportieren soll, würde er das Teil ja für ein Leckerchen sofort fallen lassen“, erklärt Müller die Bedeutung des Klicks.
Die Oberhausenerin arbeitete bald mit allen Hunden von Freunden. Brachte ihnen bei, Türen zu öffnen, das Licht an- und auszuschalten oder beim Tischdecken zu helfen. Und dann kam ihr die Idee, Hundetrainerin zu werden. Was kein geschützter Beruf ist. Aber einfach so ging es auch nicht. Vor dem Start in den neuen Job stand eine umfassende Prüfung durch den Amtstierarzt. „Da muss man schon sehr viel über Hunde, deren Erziehung oder Gesetze rund um den Hund wissen“, sagt Müller.
Sie schaffte den Test. Und von Anfang an hatte Müller das Ziel, den Hunden mehr als das übliche „Sitz“, „Platz“, allein zu Hause zu bleiben oder sich im Auto wohl zu fühlen, beizubringen. „Die meisten Hunde sind heute unterfordert, dadurch entstehen viele Probleme“, hat sie erfahren. Als Hundetrainerin geht sie in der Regel zu den Leuten. „Ich gehe dort hin, wo die Probleme sind, weil Hunde auch ortsababhängig lernen.“ Das sei der Grund, warum vieles, was in der Hundeschule klappte, dann plötzlich zu Hause nicht mehr funktioniere.

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