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Bei der "Kurbel" kehrt Ruhe ein

27.11.2009 | 18:32 Uhr

Im katholischen Jugendwerk „Die Kurbel” versuchen die neuen Geschäftsführer die Wogen zu glätten.

Viel Aufregung hat es nach der Entlassung von Geschäftsführer Oliver Heck beim katholischen Jugendwerk „Die Kurbel” gegeben, jetzt scheint bei der Einrichtung an der Hasenstraße ein wenig Ruhe einzukehren. „Es ist längst nicht alles ausgeheilt”, sagt Mitarbeitervertreter Uli Brandt, „weil es ein riesengroßer Schreck war. Aber es gibt eine neue Aufbruchsstimmung. Viele sind positiv gespannt, wie es weitergeht.” Die Stimmung in der Belegschaft habe sich dadurch wesentlich verbessert, „dass alles klar und durchsichtig geworden ist.”

Auch wenn die Mitarbeiter sich vom Schrecken der unerwarteten Personalveränderung langsam erholen, ein paar Sorgenfalten bleiben. Denn finanziell steht „die Kurbel” immer noch in den Miesen. Das Schlimmste – die Insolvenz – habe jedoch abgewendet werden können, so Vorstandsmitglied Sven Diedenhofen. Mit Hilfe der Mitarbeiter: 80 Prozent von ihnen verzichten in diesem Jahr aufs Weihnachtsgeld, die meisten davon komplett. Mit dieser und anderen Maßnahmen spart „die Kurbel” 130 000 Euro ein. „Die Lage ist kritisch, aber hoffnungsvoll”, sagt Uli Klein, einer von zwei neuen Geschäftsführern.

„Wir werden das Jahr mit einem ordentlichen Minus abschließen”, sagt Diedenhofen. Von 150 000 Euro gehen sie unterm Strich aus. 2010 soll jedoch wieder „mit einer Schwarzen Null” schließen, sagt Renate Neuhaus, neben Uli Klein ebenfalls neu in der Geschäftsführung der „Kurbel”. Im neuen Jahr solle dann auch niemand mehr auf sein Weihnachtsgeld verzichten.

Gespart wird an allen Ecken und Enden: Ja, es stimme, dass Leute abgezogen wurden. Nein, es sei nicht richtig, dass jemand entlassen wurde. „Wir hatten an mancher Stelle vorher eine personelle Überbesetzung”, sagt Geschäftsführer Uli Klein, „das war das Problem.” Gemeint sind vor allem Honorar-Kräfte, die für „die Kurbel” Hausaufgabenbetreuung an Schulen durchführen. Diese werden nun teilweise in andere Bereiche versetzt und wo möglich durch hauptamtlich Beschäftigte ersetzt. Personal zu verschieben ist die eine Strategie, Honorare zu kürzen eine andere. Von einer „Anpassung” spricht Sven Diedenhofen. Und die beträgt 20 Prozent. Diedenhofen: „Da schauen wir jetzt genauer hin.”

„Wir müssen jetzt spitz rechnen”, sagt Uli Klein, „aber gute Konzepte haben immer Chancen am Markt.” So hätten die beiden ältesten Partner der „Kurbel”, das städtische und das Landes-Jugendamt, die Bereitschaft signalisiert, auch weiterhin mit der Einrichtung zusammenzuarbeiten. Und auch sonst, so Klein, seien keine Projekte gefährdet. Mit-Geschäftsführerin Renate Neuhaus betont: „Es ist in keinem Fall angesagt, irgendjemanden zu entlassen.”

Rusen Tayfur

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