Behinderte Menschen im Beruf

Mit Handicap am Arbeitsplatz:  Hans-Dieter Mercker und Udo Inden von der Werkstatt Zweirad Inden in Osterfeld beweisen: Es funktioniert.
Mit Handicap am Arbeitsplatz: Hans-Dieter Mercker und Udo Inden von der Werkstatt Zweirad Inden in Osterfeld beweisen: Es funktioniert.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Wie Firmen und Mitarbeiter profitieren, zeigt eine Veranstaltung am 23. Februar in Oberhausen. Informationen rund um Probebeschäftigung und Fördermöglichkeiten.

Oberhausen.. Menschen mit Behinderung sind ständig krank und wenn’s für die Firma eng wird, wird man sie nicht wieder los: Mit Vorurteilen wie diesen räumt die Veranstaltung „Menschen mit Behinderungen im Beruf“ gründlich auf.

Zeit wird’s. Denn noch immer haben es Behinderte schwer, am ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Dabei bringen sie eine Menge Potenzial mit. „Viele sind gut ausgebildet, engagiert und können Behörden und Betriebe bereichern“, legt sich Sibylle Kogler vom Büro für Chancengleichheit ins Zeug.

Um noch einmal auf die gängigsten Fehlvorstellungen zurückzukommen: „Die meisten behinderten Menschen, die bei uns eine Umschulung gemacht haben, waren stolz darauf, wegen ihrer Erkrankung nicht einen Fehltag gehabt zu haben“, erzählt Anett Schwoy von der Agentur für Arbeit Oberhausen aus ihrer langjährigen Erfahrung. Und was die angebliche Unkündbarkeit betrifft: „Betriebsbedingte Kündigungen betreffen schwerbehinderte Menschen genauso wie nicht Behinderte“, bestätigt Astrid Friedrichs von der städtischen Fachstelle für schwerbehinderte Menschen im Beruf.

Vorurteile überwinden

Wer sich also einen Ruck gibt und mal näher hinguckt, dürfte ein paar Überraschungen erleben. Auf dem Marktplatz am Zentrum Altenberg bieten am kommenden Montag Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Einrichtungen Informationen über mögliche Wege in die Beschäftigung. So machen sich etwa auch die Werkstätten der Lebenshilfe für ihre Mitarbeiter auf die Suche nach einem regulären Arbeitsplatz. Und dabei erfahren Arbeitgeber und Arbeitnehmer mehr Unterstützung, als viele ahnen.

Die Agentur für Arbeit etwa finanziert eine dreimonatige Probebeschäftigung, die weder Firma noch Jobsuchenden zu etwas verpflichtet. „Beide können am Ende sagen: Das war nix!“, versichert Anett Schwoy. Wer einem behinderten Arbeitnehmer danach aber eine Chance gibt, kann sich möglicherweise auch über individuelle Eingliederungszuschüsse freuen. Schwoy: „Soeben erst haben wir zugesagt, im ersten Jahr 60 Prozent des Bruttolohnes zu übernehmen und im zweiten Jahr 50 Prozent.“

Die Fachstelle für schwerbehinderte Menschen im Beruf finanziert außerdem ein spezielles Jobcoaching. Der Minderleistungsausgleich, der in einigen Fällen sogar bis zur Rente gezahlt werden kann, ist nur eine von vielen weiteren Hilfen, über die Jürgen Müller vom Integrationsfachdienst aufklären möchte. Wer mehr wissen will, kann am 23. Februar ab 14 Uhr einfach zur Hansastraße 20 kommen.