Begrenztes Interesse an „Linie 105 er-fahren“

Bescheiden war am Samstagmittag die Resonanz auf das Angebot der Stoag, die „Linie 105 er-fahren“. Dabei wurde vom Centro aus die derzeitige Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 105 an der Unterstraße in Essen-Frintrop mit dem Bus angefahren, um von dort aus mit einem Gratis-Ticket die bislang auf Essener Gebiet beschränkte Straßenbahn-Linie 105 mit ihren zahlreichen Haltepunkten benutzen zu können. Zwei Stoag-Linienbusse pendelten dazu hin und her.

Eine Jugendgruppe, so hieß es seitens der Stoag, habe davon am Vormittag Gebrauch gemacht. Aber der 12.03-Uhr-Bus nach Frintrop hatte mit Günter Langen (48) aus Moers lediglich einen einzigen Fahrgast. „Ich bin viel in Oberhausen unterwegs, wollte mal die Fahrt- und Wegebeziehungen testen“, sagte der gehbehinderte Mann. Eine Straßenbahn fahre halt viel ruhiger, erschütterungsfreier und leiser als ein Bus. Zudem seien die Einstiegsstufen immer gleich hoch. „Der Zuspruch zu Straßenbahnen ist höher als zu Bussen“, lautet die Erfahrung des Moersers.

Auch die nächste Tour fand nur mit einem einzigen neuen Fahrgast statt. „Ich fahre aber sonst mit dem Auto“, erklärte der Herr, als wollte er sich entschuldigen. Und so brauchte Jenny Battistin von der Marketing-Abteilung der Stoag gar nicht zum Mikrofon zu greifen, um Sinn und Zweck der Aktion zu erläutern und zu erklären, dass man um Zustimmung für das Lückenschlussprojekt werbe.