Begehbare Voliere im Tiergehege in Oberhausen

Die Leiterin des Tierparks im Kaisergarten Oberhausen, Anette Perrey (rechts), stellt am 15.04.2015 die neue Wellensittich-Anlage im Tierpark vor. Franz Naskrent
Die Leiterin des Tierparks im Kaisergarten Oberhausen, Anette Perrey (rechts), stellt am 15.04.2015 die neue Wellensittich-Anlage im Tierpark vor. Franz Naskrent
Foto: Funke Foto Services
Die Tierpfleger im Oberhausener Tiergehege haben eine begehbare Wellensittich-Anlage gebaut, die in dieser Woche geöffnet werden soll.

Oberhausen.. Wo früher mal Hühner scharrten, fliegen jetzt lustig bunte Wellensittiche ihre Runden. Im Tiergehege im Kaisergarten gibt es eine begehbare Wellensittich-Voliere, die in dieser Woche für Besucher geöffnet werden soll. Ausgearbeitet und erstellt haben die neue Anlage die Tierpfleger des Geheges. Die Arbeiten erledigten sie innerhalb eines Jahres neben ihrem normalen Job.

Es musste alles neu gemacht werden

Und das alles war eine ganz schöne Knochenarbeit, wie Chef-Tierpflegerin Claudia Schmalz erzählt. „Hier gab es mal drei Volieren für Hühner“, erinnert sie. Deshalb waren die Maschen im Draht viel zu groß für kleine Wellensittiche. Es musste alles neu gemacht werden: die Balken, der Draht, der Boden, der Anstrich. „Wir haben hier für die Tiere verschiedene Böden, Sand, Erde und Rindenmulch“, erklärt die Tierpflegerin. Als Deko gibt es ein Weinfass, aus dem Wasser in einen kleinen Bachlauf fließt. In dem können die munteren Vögel dann auch baden und natürlich trinken.

Richtig schwierig war es, die Bäume für die Tiere in der Voliere zu platzieren. „Die Stämme waren Überbleibsel von Sturmschäden und lagen in einem Teich“, erzählt Claudia Schmalz. Also wurden die großen Teile erst mit Hilfe eines Bootes an Land gezogen, dort zersägt und schließlich in die Voliere geschleppt.

Trotz der körperlichen Plackerei sagt Stephan Behlau: „Das Schwierigste war, die Lücken zu finden, wo die Wellensittiche rauskommen können.“ Bei der Besichtigung sind auch prompt zwei kleine Ausbrecherkönige am Werk, die versuchen, sich aus dem Gehege rauszuknabbern. Aber, keine Chance. Alles ist dicht.

Und hier haben es die Vögel ja auch richtig gut. Sie können viel fliegen. An frischen Zweigen knabbern. Finden ansonsten allerhand Leckereien in ihrem neuen Reich. Sogar Petersilie. Wird es ihnen draußen zu kalt, gibt es für sie einen Innenraum. Und sie dürfen im Schwarm leben.

Wellensittiche von Privatleuten

Die Wellensittiche im Tiergehege kommen alle aus Privathaushalten. „Wir hatten die Leute aufgefordert, uns ihre Vögel zu bringen“, sagt Tiergehegeleiterin Anette Perrey. Schnell flatterten 32 Wellensittiche zur Eingewöhnung zunächst im Innenraum der Anlage herum. 40 Tiere dürfen es sein. Aber schon während des Termins werden wieder Aspiranten „ausgewildert“. Die Vergesellschaftung der in großen Verbänden lebenden Kleinpapageien sei leicht, sagt Anette Perrey.

Die neue Vogelvoliere hat die Oberhausener Gebäudemanagement GmbH (OGM) 3000 Euro gekostet. Für die zusätzliche Ausstattung benötigte man noch einmal 5000 Euro, von denen 2000 der Förderverein des Tiergeheges übernahm. Das erklärt Anette Perrey. Hartmut Schmidt, Chef der OGM, macht noch einmal deutlich: „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren 250.000 Euro in das Tiergehege gesteckt.“ Bei den Investitionen hätten sie überlegt, dass die Menschen sie auch annehmen müssten.

Das war bei der schönen, neuen Waschbärenanlage nicht der Fall. Die Leute ließen sie im wahrsten Sinne des Wortes links liegen, bogen davor rechts ab. Durch die neue Gestaltung von einem Eingangstor, zwei Ausgängen und einem Wegesystem, bei dem die Leute auch geführt werden, hat sich das geändert.

Das neue Torsystem wurde auch wegen Besuchern eingeführt, die sich nicht an die Schlusszeiten hielten. Jetzt können sie den Park nach Ende der Öffnungszeit durch die neuen Drehkreuze nicht mehr betreten, aber noch verlassen. „Wir haben nicht vor, Eintritt zu nehmen“, betont Schmidt erneut. Dafür wird es weitere tierische Attraktionen gegen. Demnächst sollen Berberaffen in das Gehege einziehen.