Bau-Boom

Existenzielle Voraussetzung für die Bildung der Großstadt Oberhausen war der massenhafte Bau von Wohnungen. Auch wenn die Wohnverhältnisse im Vergleich zu heute ärmlich waren – oft hatten Familien mit drei bis zehn Kindern nur zwei bis vier Räume – bleibt der Wohnungsbau beeindruckend. Bis zum Zweiten Weltkrieg waren 53 500 Wohnungen in 18 500 Gebäuden entstanden. Drei Entwicklungen haben dies ermöglicht:

1. Das Bergrevier Oberhausen (mit Sterkrade und Osterfeld) wies schon 1900 die höchste Quote an Werkwohnungen im Revier auf: ca. 32 %. Dies dokumentiert, wie konsequent die GHH über betriebliche Sozialpolitik die Sicherung einer Stammbelegschaft betrieb.

2. Viele Wohnungsbauunternehmer investierten umfassend in den mehrgeschossigen Mietwohnungsbau. Das enorme Wachstum der Bevölkerung ließ Wohnungsbedarf und Mieten stetig steigen. Beides wiederum machte es für Investitionen in der aufstrebenden Stadt leicht, Hypotheken zu bekommen.

3. Die Industriestadt wuchs nicht um einen einzigen alten Ortskern, sondern großflächig in einem neuen Straßennetz um mehrere Kerne: Marktstraße, Buschhausener Straße, Knappenviertel, Alstaden, Werkssiedlungen in Sterkrade und Osterfeld. Dies ermöglichte es, umfangreiche Wohnungsbauten an vielen Orten in der Stadt gleichzeitig zu errichten.