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Bangen um den „Brummer“ der Ruhrwerkstatt

29.05.2012 | 10:00 Uhr
Bangen um den „Brummer“ der Ruhrwerkstatt
Foto: Maximilian Löchter

Oberhausen. Genau 213 Punkte umfasst der Maßnahmenkatalog der Stadt zur Haushaltssanierung. 213 Punkte, die an verschiedenen Stellen und bei verschiedenen Menschen in der Stadt für Kummer sorgen und Widerstand hervorrufen. Zum Beispiel Ziffer 84: „Kündigung des Vertrages zur Unterstützung der Arbeit des Spielmobils mit der Ruhrwerkstatt e.V. “. Das Einsparpotenzial ist mit 192.000 Euro pro Jahr angegeben. Vorbeigeschaut beim Besuch des „Dicken Brummers“ vergangene Woche auf dem Südmarkt.

„Eines der wenigen kostenlosen Angebote in unserer Stadt“

Hier wird Fußball gespielt, da mit dem Kettcar ein Geschwindigkeitsrekord nach dem anderen gebrochen und dort mit einem riesigen bunten Tuch etwas für die Beweglichkeit getan. Das Spielmobil ist an diesem warmen Nachmittag gut besucht. „Es gibt 1000 gute Gründe für den Erhalt des Dicken Brummers“, sagt Stefan Melulis, Pädagoge von der Ruhrwerkstatt. „Das ist eines der wenigen Freizeitangebote in unserer Stadt, die kostenlos sind.“

Im Jahr 2011 hatte der Dicke Brummer laut Ruhrwerkstatt etwa 8000 Besucher. Gerade Familien mit geringem Einkommen und geringem Bewegungsradius gehörten zur Zielgruppe. „Die Gefahr besteht, dass nach einer Kürzung der Mittel diese Kinder zu Hause rumhocken“, so Melulis. Er betont, dass das Konzept mehr leiste als den Kindern Spielsachen vor die Füße zu stellen. „Für die Kinder ist der Umgang mit Schwungtuch nur ein Spiel, es schult aber auch die Motorik.“ So solle dem Phänomen entgegengewirkt werden, dass immer mehr Kinder selbst einfache Sportübungen nicht mehr schaffen. Ebenso wichtig sei der soziale Aspekt, der Umgang mit anderen Kindern. „Das ist hier wirklich ein Ort der Begegnung.“ Und das nicht nur für die Kleinen. „Für die Eltern ist das ein Treffpunkt, um miteinander zu reden und Erfahrungen auszutauschen.“

Das kann Isabell Garske nur bestätigen. Wenn es die Arbeit zulässt, ist sie mit ihren Kindern Sarah (4) und André (11) am Spielmobil zu finden. Was sie schätzt: „Man kommt mit Menschen aus allen möglichen Nationen zusammen.“ Für Horst Verhasselt, der mit seiner Tochter Kim (6) gerne beim „Dicken Brummer“ vorbeischaut, wäre es eine „Sauerei“, sollte das Spielmobil den Kürzungen zum Opfer fallen. „Für die Kinder wird sowieso zu wenig gemacht.“

Marcel Sroka



Kommentare
30.05.2012
08:09
Bangen um den „Brummer“ der Ruhrwerkstatt
von wolke286 | #1

Die Sache mit dem "Dicken Brummer" finde ich ganz toll und absolut nützlich.
Vergessen sollte man aber nicht, dass die Stadt sparen MUSS. Sicher werden jetzt wieder die Betroffenen sagen, aber doch nicht bei uns.

Ich frage mich allerdings auch, warum die Stadt bzw. ja auch der Staat laufend für die Versäumnisse von Eltern aufkommen soll. Es ist doch meine Aufgabe als Mutter oder Vater, meinem Kind gewisse Dinge beizubringen bzw. mit dem Kind etwas zu unternehmen. Gleichgesinnte findet man im Kindergarten, der Schule oder auf Spielplätzen.

Vielleicht könnte man für dieses Projekt Sponsoren gewinnen? Ich würde es mir wünschen.

So, jetzt haut auf mich drauf. Kann nichts dafür, dass ich Realistin bin ;-)

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