B + W arbeitet Sanierungsplan ab

Das Ende 2014 in wirtschaftliche Schieflage geratene Unternehmen B+W Elektronic Systems ist auf dem Weg der Konsolidierung. Die Gläubigerversammlung hat vor dem Duisburger Amtsgericht der weiteren Eigenverwaltung und Betriebsfortführung zugestimmt. Die Gläubiger verzichten auf 85 Prozent ihrer Ansprüche. Bis Mitte April muss dem Gericht ein finaler Insolvenzplan vorgelegt werden, im Mai könnte dann das Verfahren beendet sein, teilt das Unternehmen mit.

Sinkende Nachfrage, verstärkter Preiswettbewerb im Energie- und Telekommunikationssektor sowie Kunden, die erst nach 90 Tagen und später ihre Rechnungen begleichen, hatten die Situation des Betriebs verschlechtert. Ein Schutzschirmverfahren wurde eingeleitet, ein sogenannter Sachwalter eingesetzt.

Von den ehemals 140 Mitarbeitern sind 105 im Unternehmen geblieben. „Einige haben von sich aus gekündigt, elf Beschäftigte wurden entlassen, 13 Mitarbeiter sind im Rahmen eines Betriebsübergangs zur Koopmann-Gruppe in der Außenstelle am Stahlstandort ThyssenKrupp in Duisburg-Hamborn gewechselt“, sagt Senior-Chef Heinrich Walterfang.

Seit Ende 2014 hat B+W Sanierungsmaßnahmen in den Bereichen Strategie und Organisation, Kaufmännisches, Technik und Vertrieb ergriffen. So wurde bei den Monteuren ein gemeinsamer Pool gebildet, die Produktlinie vereinfacht und reduziert, der Lagerbestand optimiert, der Vertrieb verstärkt. Ziel des Planes sei es, das Unternehmen langfristig rendite- und wettbewerbsfähig aufzustellen.

Für die ersten beiden Monate dieses Jahres konstatiert Walterfang je nach Geschäftsbereich unterschiedliche Verläufe. Während die Bereiche Industrieautomation und Kabeltechnik einen positiven Trend aufwiesen und die Vorgaben erreichten, sei der Auftragseingang in den Bereichen Telekommunikation und Stromversorgung noch sehr verhalten. Nach Übernahme von E-Plus durch die O2-Mutter Telefónica gab es hier erst mal einen Stopp bei den Aufträgen für die Mobilfunk-Infrastruktur. Bei B+W ist man allerdings optimistisch, dass im zweiten Quarta dieses Jahres die Auftragseingänge wieder steigen. „Die Sanierung ist inhaltlich und zeitlich auf einem guten Weg, so dass wir optimistisch sind, dass der Prozess und das Eigenverwaltungsverfahren erfolgreich abgeschlossen werden können“, sagt Walterfang.