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Kurzzeitparkplätze

Autos in Sterkrader Fußgängerzone

24.10.2012 | 08:00 Uhr
Der Center-Point in Sterkrade: Im Umfeld soll wieder geparkt werden dürfen, wenn es nach Bezirksbürgermeister Dieter Janßen geht.Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen. 16 Jahre nach ihrer großflächigen Umgestaltung zur Fußgängerzone soll die Sterkrader Innenstadt in Teilbereichen wieder für den Autoverkehr freigegeben werden.

Einen entsprechenden Vorstoß zur Genehmigung von Kurzzeitparkplätzen macht jetzt der Sterkrader Bezirksbürgermeister Dieter Janßen (SPD) bei der Bezirksregierung Düsseldorf. In einem persönlichen Brief an die Regierungspräsidentin Anne Lütkes bittet er die Behördenchefin zu prüfen, „inwieweit die Aufhebung der Nichtbefahrbarkeit zur Einrichtung von Kurzzeitparkplätzen für die wirtschaftliche Förderung der Innenstadt von Oberhausen-Sterkrade möglich ist, ohne dass daraus eine nicht erfüllbare Rückzahlungsverpflichtung von öffentlichen Fördermitteln für die Stadt Oberhausen entsteht“.

Rückzahlung von Fördermitteln

Bei seinem Brief handele es sich um „den ersten offiziellen Vorstoß“ von Seiten Oberhausens, „um Klarheit zu finden, ob es geht oder nicht“, sagte Janßen der NRZ. „Ich will hoffen, dass es geht.“ In dem Schreiben, das der Bezirksbürgermeister in Kopie auch an NRW-Bauminister Michael Groschek geschickt hat, unterbreitet Janßen der Regierungspräsidentin einen „Lösungsvorschlag“:

In den „Teilbereichen
1. Steinbrinkstraße vom Alten Rathaus bis zum Center-Point
2. Teilbereich des Großen Marktes vor der St. Clemens-Kirche
3. Teilstück der Bahnhofstraße vor dem Technischen Rathaus bis zum Center-Point

sollen die Nichtbefahrbarkeit aufgehoben und Kurzzeitparkzonen eingerichtet werden.“

Der Wunsch aus der Kaufmannschaft nach einer Öffnung der City für Kurzzeitparker wird seit Wochen intensiv diskutiert. Die CDU spricht sich für eine behutsame Öffnung aus, die Grünen lehnen sie ab. Die Stadtverwaltung hat darauf hingewiesen, dass im Fall einer Öffnung Fördergelder zurückgezahlt werden müssten, mit denen das Land NRW die Einrichtung der 1996 fertiggestellten Fußgängerzone erst möglich gemacht hatte.

Darauf nimmt auch Janßen in seinem Brief Bezug: Die Umgestaltung sei mit Fördermitteln bezuschusst worden, „deren Zweckbindungsfrist erst 2021 endet. Es ist mir bewusst, dass eine vorzeitige Umgestaltung der Fußgängerzone zuschussschädlich ist. Als Folge davon wäre die Stadt Oberhausen mit Rückzahlungsforderungen des Landes in Millionenhöhe konfrontiert, wozu sie aber aufgrund der Haushaltssituation nicht in der Lage ist. Andererseits weise ich auf den dringenden Handlungsbedarf zur Belebung der Sterkrader Innenstadt hin, da ich ansonsten für den Einzelhandelsstandort Sterkrade keine Zukunft sehe, wenn neue Maßnahmen erst nach dem Auslaufen der Zweckbindungsfrist nach 2021 möglich sind.“

„Wunsch nach guter Erreichbarkeit“

In seinem Brief nach Düsseldorf verweist Bezirksbürgermeister Dieter Janßen darauf, dass in den Nachbarstädten, aber auch in Oberhausen, neue Einkaufszentren mit einem großzügigen kostenlosen Parkplatzangebot geschaffen worden seien. „Diesem Wettbewerbsdruck mit dem Kundenwunsch nach Parkplätzen in unmittelbarer Nähe der Geschäfte hatten und haben die Sterkrader Geschäftsleute nichts entgegenzusetzen.“

Und weiter: „Mangels guter Erreichbarkeit blieben die Kunden aus und verstärkten die schlechte wirtschaftliche Lage, insbesondere in den Außenbereichen der Sterkrader Innenstadt. Als Folge sind zunehmend Leerstände zu beobachten. Die Ansiedlung attraktiver Geschäfte scheitert an dem Wunsch nach guter Erreichbarkeit für die Kunden. Sollte doch einmal ein Leerstand neu vermietet werden, handelt es sich dabei um ein sogenanntes ‘Billiggeschäft’, das nicht förderlich für den Wettbewerb mit den benachbarten Einkaufsstandorten ist.“

Zu den Marktzeiten in Sterkrade soll das Parken in der Fußgängerzone laut Janßen eingeschränkt werden.

Stadtteilrundgang Sterkrade

 

Christian Icking



Kommentare
25.10.2012
20:34
Autos in Sterkrader Fußgängerzone
von Karlskronetrinker | #9

Jedes Unternehmen würde bei derart hohen Investitionen Umfragen machen, Studien auswerten etc. Geht es hingegen um Steuergelder, ticken in Oberhausen die Uhren anders. Da kann auf Verdacht hin mal eben für Millionen die Fußgängerzone für den Straßenverkehr umgebaut werden. Unfassbar, zumal es auf der betroffenen Str. kaum noch ein Geschäft gibt. Außerdem ist nicht davon auszugehen, dass hierdurch mehr Kunden oder Geschäfte nach Sterkrade kommen- das Centro mit über 200 Läden ist immer noch da und für den täglichen Bedarf hält das Sterkrader Tor alles parat. Die Suppe hat sich die SPD mit den Sterkrader Händlern selber eingebrockt, nun sollen sie sehen, wie sie damit klarkommen. Da können die Herren Assmacher Janßen täglich nackt Ukulele auf der Bahnhofstraße spielen, sowohl Sterkrader Tor, als auch Centro sind 1000x attraktiver, als Bahnhof- oder Steinbrinkstr.

25.10.2012
16:28
Autos in Sterkrader Fußgängerzone
von Oase | #8

Was man in dieser Diskussion leider völlig vermisst sind Überlegungen, welche Branchen im Handel in Sterkrade nicht vertreten sind, aber auf eine ausreichende Nachfrage treffen würden. Auch wird kein Wort darüber verloren, welche ‚Ansiedlung attraktiver Geschäfte’ denn am fehlenden Kfz.-Parkplatz unmittelbar an der Ladentheke gescheitert ist.
Förderlich wäre auch zu erfahren:
Wie artikuliert sich denn der ‚Kundenwunsch nach Parkplätzen in unmittelbarer Nähe der Geschäfte’? Was steckt dahinter? Und wie glaubwürdig ist denn die daraus hergeleitete Vorstellung, dass die wirtschaftliche Situation des Einzelhandels sich verbessert, wenn die Fußgängerzone aufgehoben wird?
Da heißt es: „Der Wunsch aus der Kaufmannschaft nach einer Öffnung der City für Kurzzeitparker wird seit Wochen intensiv diskutiert.“ Diskutiert wird offensichtlich ohne wirtschaftliche Fakten, in rein spekulativen Träumereien von einer belebten Innenstadt.

25.10.2012
15:29
Autos in Sterkrader Fußgängerzone
von schnurri23 | #7

Um Sterkrade herum gibt es fast mehr Parkplätze als Einwohner. Wer Parkplätze z.B. an der Clemenskirche fordert, der braucht sich nur umdrehen, am Bunker gibt es genug Parkraum.

25.10.2012
09:54
Autos in Sterkrader Fußgängerzone
von Liebjung | #6

Was für ein Schildbürgerstreich ! Stimmt in Sterkrade gibt es KEINE Parkmöglichkeit ! Oder ? Also ich kenne 2 Parkhäuser 3 große Parkplätze , 2 kleinere Parkplätze und 1 Tiefgarage ! Das dürfte doch für Sterkrade reichen . Das Geld kann man lieber für etwas anderes , sinnvolleres Ausgeben !

24.10.2012
21:18
Autos in Sterkrader Fußgängerzone
von Oberhausenallesklar | #5

Es ist typisch für die SPD in Oberhausen. Das Geld wird mit vollen Händen aus dem Fenster geschleudert- und wenn die Stadt kein eigenes mehr hat, werden Fördergelder verbraten. Die Geldverbrennungsmaschine der Bundesrepublik heißt inzwischen SPD Oberhausen. Große Klasse ist der Hinweis, dass in den Nachbarstädten aber auch in anderen Städten Einkaufscenter mit kostenfreien Parkplätzen entstanden sind. Das stimmt- am Sterkrader Tor. Um ein Gleichgewicht zu schaffen, kann die SPD ja auf die Parkgebühren im Parkhaus am Techn. Rathaus, Parkplatz Zilianplatz oder der Tiefgarage bei Finke verzichten. Aber das wäre zu billig. Stattdessen muss die SPD wieder ein paar Millionen verbraten. Für ein Haus der Jugend etwa ist kein Geld vorhanden- da schreibt auch kein Genosse nach Düsseldorf.

2 Antworten
Autos in Sterkrader Fußgängerzone
von sternenzauber | #5-1

Bei den von Ihnen genannten Parkhäusern handelt es sich aber nicht um städtische Parkhäuser.

an sternenzauber
von Oberhausenallesklar | #5-2

Eigentümer des Parkhauses am Techn. Rathaus ist die Verwaltungszentrum Sterkrade GmbH, eine Tochter der Stadt. Betreiber ist die OGM. Der Zilianplatz „gehört“ wohl auch der Stadt, lediglich bei der Tiefgarage bin ich mir nicht sicher. Aber selbst hier besteht seitens der Händler die Möglichkeit, Parkgebühren bei einem Einkauf zu erstatten.

24.10.2012
20:10
Autos in Sterkrader Fußgängerzone
von Oase | #4

Zwei Sätze aus der Darstellung der Ist-Situation durch den Bezirksbürgermeister:
„Die Ansiedlung attraktiver Geschäfte scheitert an dem Wunsch nach guter Erreichbarkeit für die Kunden. Sollte doch einmal ein Leerstand neu vermietet werden, handelt es sich dabei um ein sogenanntes ‘Billiggeschäft’, das nicht förderlich für den Wettbewerb mit den benachbarten Einkaufsstandorten ist.“
Hier stellen sich doch folgende Fragen:
Was sind ‚attraktive’ Geschäfte? Was heißt ‚gute’ Erreichbarkeit? Offensichtlich sehen die Investoren der ‚Billiggeschäfte“ eine Chance, die der ‚attraktiven’ Geschäfte, was immer das ist, offenbar nicht. Was sind die „benachbarten Einkaufsstandorte“?
Und außerdem, woher stammt die Erkenntnis, dass die Kunden mangels guter Erreichbarkeit ausbleiben? Sind Fördermittel keine Steuergelder, mit denen man verantwortungsvoll umgeht? Wäre ja höchst spannend zu erfahren, wo die herkommen.

24.10.2012
16:46
Autos in Sterkrader Fußgängerzone
von mephistos | #3

Zurück in die Steinzeit.

24.10.2012
14:48
Autos in Sterkrader Fußgängerzone
von Sterkrader | #2

Das Problem mit der Fussgängerzone ist nicht verantwortlich für die Leerstände und die mangelnde Attraktivität der Sterkrader Innenstadt. Ausnahmsweise mache ich der Stadt Oberhausen, aber nur in dem Punkt, keine Vorwürfe. Das Problem liegt bei der Sterkrader Kaufmannschaft weitgehend selbst. Wenn nur Forderungen an den Steuerzahler gestellt werden und kaum Eigeniniziative zu erkennen ist, darf man sich dort nicht wundern. Laut Äusserrungen Von Herrn Schlagböhmer in der Presse sind nur knapp die Hälfte der Sterkrader Kaufleute Mitglied der STIG. Auch diese sind nicht wirklich bereit.diese zu unterstützen. Da müssen dann wieder Steuergelder herhalten. Da wir wirklich genug Parkplätze rund um die Innenstadt haben, wird sich mit der Öffnung der Fussgängerzone an der Misere auch nichts ändern. Diese Massnahme käme nur ganz wenigen Kaufleuten zu Gute und das sind die selben Schreihälse, die vor dem Umbau am lautesten geschriehen haben.

24.10.2012
13:42
Und weiter geht es mit dem Verprassen der Steuergelder
von Stukkadierta | #1

Fußgängerzone ja, Fußgängerzone nein, Autos raus, rein, raus, Parkplätze vor der Tür, doch lieber nur Fußgänger oder doch Autos- alles zu Lasten der Steuerzahler. Dass Oberhausen Schuldenhauptstadt ist, verwundert bei der kurzfristigen und nicht durchdachten Planung nicht. Wahrscheinlich wird in zwei Jahren der Autoverkehr wieder zugelassen und nach 3 Jahren maulen die ersten wieder, sie möchten lieber wieder eine Fußgängerzone. Würden private Unternehmen so planen und investieren, wie die Stadt, wäre etwa das Bero schon drei Mal abgerissen und neu gebaut worden. Dies ist natürlich undenkbar, da völlig unwirtschaftlich. Aber bei der Stadt ist dies kein Problem- es ist ja nur, wie immer, das Geld der Bürger, was verprasst wird.

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