Automaten für die Ausleihe
17.02.2009 | 20:20 Uhr 2009-02-17T20:20:40+0100KULTURAUSSCHUSS. Mit Elektronik soll in der Stadtbibliothek Personal gespart werden.
Das Zauberwort heißt RFID. Gut aussprechen kann man´s nicht, dafür soll man damit so gut lesen können wie bisher: Mit dem System werden die Benutzer der Stadtbibliothek ihre Bücher, Zeitschriften, CDs oder DVDs beim Ausleihen und Zurückgeben selbst verbuchen können. So kann die Bücherei in Zukunft auf 3,5 Vollzeitstellen verzichten - und mittelfristig rund 150 000 Euro an Personalkosten sparen. Das haben die Mitglieder des Kulturausschusses gestern so vorberaten, die Entscheidung über die Einführung des Systems soll am 16. März im Haupt- und Finanzausschuss fallen.
Ein "Mehr an Komfort"
Die neuen Automaten können einen Chip, mit dem die Bücher gekennzeichnet werden, lesen und so aus- oder einbuchen. Außerdem soll es Automaten geben, an denen die Bücherei-Nutzer ihre Gebühren zahlen können. Ob die denn auch so praktisch seien für Nutzer "aus dem älteren Segment" - oder dem jüngeren - wollte Manfred Flore, kulturpolitischer Sprecher der SPD, wissen. Erstens werde immer auch ein Mitarbeiter ansprechbar sein, um weiterzuhelfen, erklärte Bibliotheksdirektor Ronald Schneider, und zweitens zeigten Erfahrungen aus anderen Bibliotheken, dass viele Benutzer die Automaten als ein "Mehr an Komfort" empfänden; manche seien ganz froh, wenn sie Bücher und andere Medien ausleihen oder ihre Schulden begleichen könnten, ohne mit einem Mitarbeiter zu sprechen.
Erstmal muss allerdings in die "Radio Frequency Identification", die Funkfrequenz-Identifikation investiert werden: Für gut 300 000 Euro schafft die Oberhausener Gebäudemanagement GmbH (OGM) die notwendigen Geräte für die Zentrale und die Zweigstellen in Sterkrade, Osterfeld und Schmachtendorf an, installiert sie und kassiert dann sogenannte Nutzungsentgelte von der Stadtbibliothek. Anträge auf Förderung vom Land sind gestellt. (moi)

10:27
@Michael Oberhausen
noch keine dieser Kalkulationen hat bislang gehalten, die anschaffungs-, Wartungs und Fehlerbehebugnskosten sind stets um so vieles höher, dass darüber ungern in den Medien berichtet wird.
Personaleinsparungspotential ist Fiktion bzw. anderes Wort für verdeckte Intensivierung des Arbeitsprozesses der übrig gebliebenen Angestellten.
@favorit,
dazu gibt es beim Bestatterblog ein eidnrucksvolles Beispiel; Wildpinkler.
23:18
Dann sollte irgendwann auch der Terror mit Bewerbungsübungen und Qualifizierungstraining zur Belustigung einer kleinen arbeitsscheuen Minderheit namens SODA, Bdecco und..und...aufhören.
Waren ja nicht alle blöd oder arbeitsscheu, bevor Automaten sie ersetzten. Menschenwürde gibt es aber wohl nur für Bankbetrüger und Steuerjongleure.
Erbärmlich!
21:54
Wenn Einsparungen sein müssen soll man dem gemeinen Bürger das bitteschön sachlich erklären.
Wenn Personaleinsparungen immer dort stattfinden, wo Kundenkontakt stattfindet (wie auch bei Post, Bahn, Banken) und Kunden diese Einsparungen auch noch als ein Mehr an Komfort verkauft wird zeugt das nur davon, für wie dumm die Verantwortlichen ihre Kunden halten.
16:55
Kann man nicht mal nachdenken, bevor hier geschrieben wird?
300.000 € Anschaffungskosten.
150.000 € jährliche Einsparung.
Wer in Mathe aufgepasst hat, stellt fest:
nach 2 Jahren rechnet sich die Geschichte. Zu erwartende Lebensdauer > 10 Jahre.
Achja, die Entscheidungen in Kulturausschuss und Haupt-/Finanzausschuss trifft nicht Herr Wehling oder die SPD allein. Aber das widerspricht wieder dem schwarz-weiß-Weltbild der Forums-Trolle hier...
16:38
...kann man den Wehling nicht auch durch einen Kaffeeautomaten ersetzen ?
Am besten die ganze SPD!
15:07
...kann man den Wehling nicht auch durch einen Kaffeeautomaten ersetzen ?
15:07
Oh wunderbar!
Man gibt erst 300.000 Euro plus Nutzungsgebühr aus. Wie hoch die Gebühr ist, ist nicht bekannt. Und dadurch spart man 150.000 Euro ein. Ich habe in der Schule bei Mathe gepennt.
Kann man die Politiker auch bitte umtauschen und Automaten hinstellen? Die kann man wenigsten abschalten!
Hauptsache OGM verdient wieder mal richtig und der Steuerzahler muss diesen Schwachsinn auch noch bezahlen.
Armes Oberhausen!