Ausstellung zeigt Trams in europäischen Städten

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Knapp einen Monat, bevor rund 160 000 Oberhausener Wahlberechtigte über den Ausbau der Straßenbahn 105 zwischen Essen-Frintrop und der Neuen Mitte Oberhausen entscheiden, zeigt die Nachbarstadt Mülheim eine Ausstellung.

„Die moderne Tram in Europa“ heißt die Schau, die noch bis Mittwoch, 11. Februar, im Mülheimer Medienhaus am Synagogenplatz zu sehen ist. Dort zeigen Schautafeln mit Bildern und Erklärungen, was sich mit den Bahnen Gutes für eine Kommune bewegen und verwirklichen lässt, wenn Politiker den Mut aufbringen, es auch zu wollen und durchzusetzen.

Schicke Boulevards

In München, Prag, Tours, Marseille, Barcelona oder Madrid haben Straßenbahnen sich nach Jahrzehnten der Abstinenz die menschlichen Lebens- und Arbeitsräume zurückerobert. Autos sind dort nicht mehr der einzige Fortbeweger. Breite Straßen haben sich in schicke Fußgängerboulevards gewandelt. Die Straßenbahn bringt die Kunden in die Läden – wie beim bequemen Schaufensterbummel. Eine Haltestelle direkt am Straßencafé bedeutet ebenso neue, abgasfreie Lebensqualität in diesen Städten. Klaus-Peter Wandelenus, Geschäftsführer der Mülheimer Verkehrsgesellschaft, sagte bei der Eröffnung mit Blick auf Diskussionen um die Zukunft des Nahverkehrs an der Ruhr: „Die Ausstellung soll die Debatte nicht neu anregen, sondern man kann hier sehen, wie es in anderen Städten mit der Straßenbahn läuft“. Er zeigte auch auf ein Bild mit einer gelb leuchtenden Tram und wiederholte: „Mülheim braucht dringend neue Straßenbahnen. 42 haben wir mit der Essener Verkehrs AG bestellt.“ Das erste der 15 Mülheimer Niederflurfahrzeuge erwartet er Anfang Mai.