Aufklärung hilft allen
08.02.2010 | 18:32 Uhr 2010-02-08T18:32:00+0100
Die Unfallentwicklung 2009 zeigt in der Polizei-Statistik keine großen Ausreißer nach oben oder unten.
Zwei Menschen sind im vergangenen Jahr auf Oberhausener Straßen an den Folgen von Verkehrsunfällen gestorben. Angesichts dessen fällt es immer schwer, von einer insgesamt guten Bilanz zu sprechen. „Gut” ist eben relativ. Polizeipräsidentin Heide Flachskampf-Hagemann legte am Montag im Präsidium am Friedensplatz den Bericht „Verkehrsunfallentwicklung 2009” vor und stellte fest: „In der Gesamtbetrachtung liegen wir im Landesschnitt.” Und in einigen Detailfragen liegt Oberhausen deutlich besser.
Bei allen Bemühungen, die sich manifestieren in Aufklärungsarbeiten mit Zielgruppen wie jungen und jüngeren Schulkindern, jungen und alten Erwachsenen, Radfahrern oder Fußgängern – eins scheint sich als nahezu unverrückbare Größe eingestellt zu haben: „Die Anzahl der Verkehrsunfälle liegt in Oberhausen immer bei rund 7000”, sagt die Präsidentin: „Das ist so ein Grundrauschen, das offenbar schwer zu vermeiden ist.” Ein „Klassiker” ist auch die Hauptunfallursache: Fehler beim Abbiegen und Wenden (42 Prozent) vor Verletzungen von Vorfahrt (17,8 Prozent) und falscher Geschwindigkeit (10,7 Prozent). Alkohol und Drogen spielen mit 8,3 Prozent eine fast untergeordnete Rolle – was die Zahl angeht. Ein Problem sind sie allemal.
„Flächendruck”
Das Risiko, bei einem Verkehrsunfall in Oberhausen verletzt oder gar getötet zu werden, ist weiterhin deutlich niedriger als im Landesdurchschnitt. Die Präsidentin spricht von einem „Lichtblick”, als sie den fünften Platz in der NRW-Rangliste erwähnt und lobt die polizeiliche Maßnahme „Flächendruck”. Volker Fix, Leiter der Direktion Verkehr, erläutert: „Wir überwachen konsequent das Einhalten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, um damit die Schwere der Unfallfolgen zu senken.”
Leicht gestiegen ist die Zahl der Unfälle mit Sachschaden (von 6748 auf 7006), wobei in über 5000 Fällen nur leichte Schäden festgestellt wurden. Kein Verständnis hat die Polizei für Unfallfluchten. Flachskampf-Hagemann: „Das lohnt sich übrigens schon deshalb nicht, weil die Aufklärungsquote sehr gut ist.” Und Fix erläutert das richtige Verhalten: „Am Unfallort bleiben, bis wir eintreffen.”
Schulkinder unter zehn Jahren bewegen sich weit sicherer im Verkehrsraum als Kinder zwischen zehn und 14 Jahren, sagt die Statistik aus, und das andere Sorgenkind der Polizei ist älter als 65. Die Zahl der verunglückten Senioren war 2009 zwar leicht rückläufig, liegt in der Zehn-Jahres-Betrachtung aber immer noch zu hoch. „Das müssen wir im Auge behalten”, sagt die Polizeipräsidentin und deutet damit an, dass die Verkehrsdirektion hier mit dem Mittel arbeiten wird, das auch Jüngeren geholfen hat und hilft: Aufklärung.

0mitdiskutieren