Aufbruchstimmung in Sterkrade

Sabine Lauxen, Michael Groschek, Heinz Reimann und Apostolos Tsalastras (v.l.) beim Tag der Städtebauförderung.
Sabine Lauxen, Michael Groschek, Heinz Reimann und Apostolos Tsalastras (v.l.) beim Tag der Städtebauförderung.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Kaiser & Ganz-Gebäude wird ab 11. Mai abgerissen. Bauminister Michael Groschek lobt privates Engagement.

Oberhausen.. Den Aufbruch von Sterkrade in eine bessere Zukunft kündigten Vertreter von Landesregierung und Stadt am Samstag an. Zum Auftakt wird das Kaiser & Ganz-Gebäude an der Bahnhofstraße ab dem heutigen Montag abgerissen. Beim ersten bundesweiten „Tag der Städtebauförderung“ sprachen in der Fußgängerzone NRW-Bauminister Michael Groschek (SPD), Stadtkämmerer Apos­tolos Tsalastras (SPD) und Planungsdezernentin Sabine Lauxen (Grüne). Später kam noch Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) vorbei.

„Wir versprechen nichts, was wir nicht auch halten können“, sagte Tsalastras. Drei öffentliche bzw. öffentlich geförderte Projekte sollen die Initialzündung für eine Neubelebung der Sterkrader Innenstadt sein: Das alte Kaiser & Ganz-Gebäude wird als erstes von Investor Heinz Reimann durch ein modernes Wohn- und Geschäftshaus ersetzt. Die Abrissarbeiten sollen drei Monate dauern.

„Unsere Innenstädte müssen sich ändern"

Ende des Jahres soll die Stadtteilbibliothek in die frühere Sparkasse an der Wilhelmstraße einziehen. Und die Oberhausener Gebäudemanagement GmbH (OGM) beginnt zugleich in einem ersten Bauabschnitt damit, das gegenüber vom Kaiser & Ganz-Gebäude gelegene Stadtmittehaus umzubauen.

„Unsere Innenstädte müssen sich ändern. Sie sind durch das Sofa-Shopping, den Einkauf per In­ter­net, unter Druck geraten“, analysierte der Minister. Nur wenn wieder mehr Menschen in den Zentren wohnen und sie beleben würden, könne der Neustart der Citys mit privaten Investoren gelingen. Die frühere CDU-geführte NRW-Regierung habe Oberhausen 82 Millionen Euro an Fördermitteln vorenthalten, kritisierte der Oberhausener SPD-Vorsitzende. Investor Heinz Reimann dagegen setze ein „Zeichen der Hoffnung“.

Bürgerbeteiligung angekündigt

Vier Millionen Euro kostet der Neubau des sechsgeschossigen Wohn- und Geschäftshauses. Es wird mit öffentlichen Mitteln gefördert. Wie viel der Investor übernimmt, wollte Reimann nicht sagen. Die 18 geplanten barrierefreien Wohnungen werden deshalb zu Kaltmieten zwischen 5,25 Euro und 5,70 Euro je Quadratmeter vermietet. Sie haben Größen zwischen 56 und 98 Quadratmeter.

Die neue Stadtteilbibliothek an der Wilhelmstraße soll nach den Worten von Tsalastras ein Bildungszentrum für jung und alt werden. Tsalastras wurde auf der OGM-Veranstaltung ausdrücklich als OB-Kandidat der SPD begrüßt. Erst dadurch, dass man den Haushalt der Stadt in Ordnung gebracht habe, sei es wieder möglich geworden, solche Investitionen anzugehen, betonte er. „In zehn Jahren wird Sterkrade noch vielseitiger sein, mit noch mehr Wohnqualität“, versprach er.

Umweltdezernentin Sabine Lauxen kündigte an, die Bürger und die Sterkrader Interessengemeinschaft in die weiteren Planungen einzubinden. „Wir brauchen gute Ideen“, sagte sie. Habe man sie erst, könne man sich auch um die Finanzierung kümmern.