Auf Schusters Rappen bis nach Rom

Mittlerweile sind Achim und Monika Lückheide unterwegs. Mit Schäferhund Prinz haben sie sich am Sonntag auf den Weg gemacht.
Mittlerweile sind Achim und Monika Lückheide unterwegs. Mit Schäferhund Prinz haben sie sich am Sonntag auf den Weg gemacht.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Achim und Monika Lückheide hat das Wanderfieber gepackt. In mehreren Etappen wollen sie diesmal bis zur Ewigen Stadt pilgern. Sonntag ging’s los.

Oberhausen.. Badeurlaub? Kann jeder! Achim und Monika Lückheide machen sich lieber auf die Fährte der Pilger. In mehreren Etappen soll es diesmal bis nach Rom gehen, erstmals ist auch Hund Prinz mit dabei, für den es die erste große Tour ist. Für Herrchen und Frauchen dagegen sind solche Touren nicht neu: Den Jakobsweg haben sie schon abgehakt, 2011 fuhr Lückheide auch mit dem Rad nach Jerusalem. Seine Frau kam damals bis Wien mit. „5500 Kilometer waren das“, strahlt er noch heute.

Sonntag ging’s wieder los – ab Rothenburg ob der Tauber, „denn die Strecke bis dahin hatte ich schon“. Danach geht es dann in mehreren Etappen bis nach Reutte bei Tirol – ein Zwischenziel, ehe es dann, sobald es die Zeit wieder zulässt, weiter bis nach Rom geht. „Ich hab ja Zeit....“, lacht Achim Lückheide. Als betriebliche Eisenbahnaufsicht beim Eisenbahn-Bundesamt arbeitet er. Da waren auch die drei Monate für Jerusalem machbar. Seine Frau Monika arbeitet als Heilpraktikerin und kann ihre Patienten nicht so lange allein lassen. Daher sind drei Wochen angepeilt, mit je 20 Kilometern pro Tag und das mit je sieben beziehungsweise zehn Kilogramm auf dem Rücken: „nur das Nötigste, den Wasserspeicher von drei Litern noch rausgerechnet“, lacht er.

„Man kommt ins Gespräch“

Mit dabei ist diesmal auch ein kleiner Napf zum Falten, überhaupt stellte der junge Schäferhund die größte Hürde bei der Organisation dar. „Nicht überall darf der Hund mit, aber in Deutschland ist das dann doch ziemlich unkompliziert. Eine Nacht schlafen wir mit ihm sogar im Kloster.“ So oft wie nötig läuft Prinz angeleint nebenher, bei freier Sicht und sich bietender Möglichkeit dann aber auch mal gerne frei. Wegen des Hundes musste dann auch im Voraus geplant werden, anders als bei den vorherigen Touren: „Nach Jerusalem bin ich von Haus zu Haus. In der Türkei gab es zum Glück in jeder Stadt Lehrerwohnheime, da bin ich dann von einem zum anderen gefahren.“ Und wenn die Karte mal versagt, dann gibt es auf den Pilgerwegen immer eine hilfsbereite Seele. „Man kommt ins Gespräch“, erzählt Monika Lückheide „selbst wenn man nicht die selbe Sprache spricht“. Auf dem Jakobsweg war das alles allerdings deutlich einfacher. „Da gibt es ja einen festen Weg, jetzt müssen wir uns den Weg machen“, kommt in Achim Lückheide doch wieder der Abenteurer durch. Vermutlich ist das der kleinste Kompromiss zum Vorgeplanten. „Alle Wege führen doch nach Rom“, ergänzt seine Frau lachend.

Für Monika Lückheide ist das Ganze auch eine spirituelle Erfahrung, „für mich nicht so“, grinst ihr Mann spitzbübisch. „Die Kirchen sind für mich fest eingeplant“, sagt sie. Auf den Pilgerwegen begleitet aber auch Achim Lückheide ein Gefühl, das sich nicht so einfach beschreiben lässt. „Beeindruckend ist es, mit anderen Pilgern den Weg zu gehen. Man hat das selbe Ziel, aber zum Teil nun einmal andere Wege“, zieht Monika Lückheide eine Metapher zum Leben.

20 Kilometer am Tag

Angefangen hat die Sache mit den Großwanderungen sozusagen als Geburtstagsgeschenk. „Ich weiß gar nicht mehr wann genau, aber jetzt kommen wir nicht mehr ohne aus“, sagt Achim Lückheide schmunzelnd. Man müsse ja auch fit bleiben: Da seien 20 Kilometer pro Tag natürlich die richtige Abwechslung zum Karate, dem Sport, den der 58-Jährige seit nun fast 40 Jahren betreibt. Er muss ja schließlich in Form bleiben, denn nach der Etappe bis Tirol folgt ja die Etappe nach Rom und dann noch ein ganz großes Ziel.

„Vom Nordkap nach Sizilien ist der große Traum.“ „Das dann aber ohne mich“, schiebt seine Frau ein. Wohl auch ohne Prinz. Und erst einmal bleibt das ein noch entfernter Traum. „Wäre ja peinlich wenn ich es dann doch nicht mache“, strahlt er wieder über beide Ohren. Vorstellen, dass sich Achim Lückheide mit einem unvollendeten Traum zufrieden gibt, kann man sich aber überhaupt nicht.