Auf die Kutsche, fertig, los
12.02.2010 | 20:21 Uhr 2010-02-12T20:21:00+0100
Die KG Blau-Gelb St. Marien hat uns einen Blick in die Wagenbauhalle gewährt: Wie aus einem nackten Anhänger eine traumhafte Narrenkutsche wird.
Lektion 1: Die Idee
Bevor überhaupt ein Hammer in die Hand genommen wird, muss das Thema stehen. Bei St. Marien hockt sich ein Kreativteam zusammen. Dann geht’s an die Machbarkeit: Welche Materialien stehen zur Verfügung, wie groß ist der Aufwand – was passt thematisch. Mit groben Skizzen fängt alles an. In den vergangenen Jahren zeigten sich die Marianer mit stadtpolitischen Motiven, ließen Klaus Wehling auf dem Goldesel reiten. In diesem Jahr reist St. Marien ohne OB, dafür in einer schmucken Narrenkutsche umher. Der Titel: „Heute ein König!“
Lektion 2: Die Bauarbeiter
„Für den Bau eines Wagens brauchst du viele Freunde und Helfer. Wenn Schreiner und Techniker dabei sind umso besser“, sagt Blau-Gelb-Präsident Christian Birwe. Für fast jeden Baubereich gibt es Fachleute. Angefangen hat die Truppe ohne besondere Unterstützung. Birwe: „Beziehungen sind beim Wagenbau immer förderlich.“
Lektion 3: Das Werkeln
Schreiner formen die Holzplatte für die Seitenteile. Aus Styropor werden Details gefertigt. Mit Hilfe von Maschendraht entstehen Modelle mit Papierkleister-Aufguss. Mit dem Pinsel werden dem Vereinsvogel gelbe Füße gemalt. Unverzichtbar für das fröhliche Werkeln: Eine Wagenbauhalle und natürlich Geld. Seit Oktober ist die KG Blau-Gelb St- Marien mit bis zu 15 Helfern mehrmals in der Woche damit beschäftigt, aus einem kargen Anhänger eine fesche Narrenkutsche zu bauen.
Lektion 4: Die Probleme
Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Klar! Wenn man sich mal vermalt, dann ist das beim Wagenbau sicher kein Beinbruch. Birwe: „Es kostet nur zusätzlich Zeit!“ Kleinere Probleme gibt es hier und da. Ein Klassiker ist die Materialknappheit. Wenn plötzlich beim Bemahlen der Kutschenräder auffällt, dass die Farbe nicht ausreicht. Spontane Fahrten zum Baumarkt lösen das Problem unkompliziert.
Lektion 5: Der Stolz
„Stolz wird man, wenn der Wagen zum ersten Mal aus der Halle rollt“, sagt Christian Birwe. „Wenn man sieht: Gut, du hast dich nicht vermessen. Der Wagen passt durchs Tor.“ Erfahrene Wagenbauer wissen: Erst im Freigelände entfaltet ein Karnevalswagen seine volle Wirkung.

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