Auf dem Weg durch das stille Oberhausen

Ein Teil des Wegs führt auf die Trasse der ehemaligen Zechenbahn.
Ein Teil des Wegs führt auf die Trasse der ehemaligen Zechenbahn.
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
Von ihrer ganz anderen Seite präsentiert sich die Stadt auf dem Weg mit dem schrägen „O.“. Ein Bericht über die erste Etappe durch den Norden.

Oberhausen.. Wer raus in die Natur will, ohne weit fahren zu müssen, wer Oberhausen mal von seiner ruhigen Seite erleben möchte, für den gibt es den Wanderweg mit dem schrägen „O“. Vor zehn Jahren hat der Sauerländische Gebirgsverein ihn angelegt. Er verläuft über 55 Kilometer rund um das gesamte Stadtgebiet, also immer an der Stadtgrenze entlang. Ich habe ihn mir Anfang Mai mit dem Fahrrad vorgenommen. In zwei Etappen können ihn ungeübte Radler locker schaffen. Hier mein Bericht über Teil 1: Von der Schleuse in Lirich nach Burg Vondern (etwa 40 Kilometer).

Gestartet bin ich an der Zufahrt zum Westfriedhof, unweit von der Schleuse entfernt, wo man gut parken kann. Es geht über die A 42 hinweg und auf Seitenstraßen durch Buschhausen nach Biefang. Erste Sehenswürdigkeit auf der Strecke ist die Baumeister-Mühle an der Homberger Straße. Sie selbst ist zwar noch gar nicht so alt, ist aber ein typischer Vertreter der „Fabriken“ des vorindustriellen Zeitalters.

Nördlich von Biefang geht es kilometerlang an der Emscher entlang. Über ihren Deich hinweg ragen die Anlagen des Chemiewerks von Oxea. Fast nur Hundehalter und einige Radfahrer sind hier nachmittags unterwegs.

Verschlungene Wege in Holten

Bald kommen die ersten Häuser von Holten in Sicht. In dem mittelalterlichen Städtchen verläuft der Weg etwas verschlungen. In einem kleinen Park stehen Bäume in Blüte. Auch am bekannten Kastell führt das „O.“ vorbei.

Der Weg wechselt nördlich von Holten über die Emscher. Südlich von Barmingholten geht es an einem blühenden Rapsfeld entlang. Das Licht der Sonne sorgt hier für Frühlingsstimmung pur! Von der Hühnerstraße aus besteht Gelegenheit zu einem Abstecher auf den Karnickelberg, den neuen Aussichtspunkt an der Deponie Hühnerheide.

Der Weg selbst führt durch die Hühnerheide, wo mehrere Info-Tafeln über den Wald und seine Bewohner aufklären. Wer weiß schon, dass hier mehr als 30 verschiedene Arten von Vögeln brüten? Sie sind hier und im Hiesfelder Wald auch nicht zu überhören. Ihr Gesang lässt mich die Stadt und ihren Verkehr völlig vergessen.

Kilometerlang durch den Wald

Auf der Straße Zum Ravenhorst geht es in Richtung Osten weiter, wo sich dieses zweite große Waldgebiet der Etappe anschließt. Das flache Land davor im Grenzgebiet zwischen Oberhausen und Dinslaken ist eine Hochburg der Pferdeliebhaber. Mit dem Parkplatz Schlägerheide erreiche ich den nördlichsten Punkt des Rundwegs.

Von hier aus geht es in südlicher Richtung kilometerlang durch das Naturschutzgebiet Hiesfelder Wald. Ihn haben am späten Nachmittag die Jogger in Beschlag genommen. Stellenweise kann ich das Fahrrad aber nur schieben.

Am Ortsrand von Königshardt erreiche ich das vornehme Oberhausen. Hier parken PS-starke Autos vor schicken Eigenheimen. Bald kommt die imposante Halde Haniel in Sicht. An ihrem Fuß geht es auf die Trasse der alten Zechenbahn.

Leider verpasse ich die Ausfahrt prompt, die hinauf nach Klosterhardt führt, von wo aus es am Rande des Volksgolfplatzes entlang nach Osterfeld geht. Durch Rothebusch hindurch führt das schräge „O.“ durch den Revierpark Vonderort. Es ist schon dunkel, als ich an den gewaltigen Gleisanlagen des Verschiebebahnhofs Osterfeld-Süd vorbei fahre. Die Gleise sind in ein Lichtermeer getaucht. Erst im Grenzgebiet von Bottrop und Oberhausen mit Essen-Borbeck kann ich sie unterqueren. Auf ihrer Südseite geht es zur Burg Vondern an der Arminstraße weiter, dem Ende der ersten Etappe.

Da ich zurück zu meinem Auto will, muss ich noch einmal kräftig in die Pedale treten, sechs Kilometer am Rhein-Herne-Kanal entlang zurück zur Schleuse in Lirich.