Auf dem Rücken der Putzfrauen

Da haben die Oberhausener Schulleiter Ende vergangenen Jahres ein Fass aufgemacht: Sie kritisierten die unzureichende Reinigung ihrer Schulen. Und im Rathaus und der zuständigen Oberhausener Gebäudemanagement GmbH gab man sich einigermaßen verblüfft: Das Problem sei gar nicht bekannt. In den Mängelbüchern, die in den Schulen ausliegen und von Hausmeistern, Lehrern und Leitungen für Beschwerden benutzt werden sollen, stünde nichts drin. Wenn der OGM Missstände nicht bekannt seien, könne sie diese nicht beseitigen, so die Argumentation.

Das ist sicher richtig und besonders bei Details zutreffend. Aber es ist ja nicht das erste Mal, dass Unmut über die Sauberkeit in den Schulen laut wird (besonders bei den Toiletten). Neu ist vielleicht, dass die Betroffenen dieses Mal in einem öffentlichen Brief ihrem Ärger Luft gemacht haben und das Thema grundsätzlich angegangen sind. Und genau hier ist der Knackpunkt: Die OGM reagiert nun mit einem anderen Kontrollverfahren – ob das funktioniert, muss sich in der Praxis zeigen. Aber an das eigentliche Problem, nämlich die Ausgestaltung der Verträge, will keiner ran: Was sollen die Putzkräfte wie in welcher Zeit reinigen? Ist das überhaupt zu schaffen? Mehrfach wurde dies im Schulausschuss von Seiten einer Schulleiterin und von Vertretern der Politik (CDU, Bündnis Oberhausener Bürger) angesprochen – aber darauf eingestiegen sind die Verantwortlichen von Verwaltung und OGM nicht. Und auch die Mehrheitskoalition (SPD, Grüne, FDP) schwieg. Andere Standards würden vermutlich mehr kosten, da stellt sich die Frage, was sich der Schulträger leisten will – oder kann. Schuldezernentin Elke Münich bat jedenfalls darum, Schulverwaltung und OGM jetzt erstmal die Gelegenheit zu geben, „das Thema zu bearbeiten“. So sei eine zusätzliche Reinigung von Toiletten geplant.