Auch mal ‘was fürs Herz

Süßes ist nicht immer toll. Es verursacht ziepende Zähne, lässt Karies jubilieren und ist für wohl geformte Körper erst Treibstoff und später Ballast. Trotzdem haben Lebkuchenherzen den ganzen Rummel um Gesundheit und Körperkult erstaunlich schadlos überstanden. Und so werden zur Fronleichnamskirmes wieder Paare mit dem essbaren Liebesbeweis durch die Budenwelt schlendern.

Herzerwärmend werden vorher manche Süßholz-Sprüche gewesen sein, die wie Zuckerguss bei Zweisamkeit zu Schmetterlingen im Bauch führten. Überschlagende Gefühle so ganz ohne Achterbahn. Diesen Moment muss man sich nicht von lauten Schlagerbarden kaputt singen lassen, die bereits vom „Zuckerwattenstand, mit ‘nem roten Apfel in der Hand“ schwadronierten. Die Welt bleibt in der Logik der Kirmesromantik nicht plötzlich stehen, wenn die Plane der Liebesraupe nach oben fährt, sondern wenn das Feuerwerk nach sechs Tagen dem Rummel ein Ende setzt. Vielleicht können die Kirmesmacher das Schlussmachen am Montag versüßen. Sie suchen Foto-Selfies der Besucher: na klar, mit Herz.