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Asthma - die lebensgefährliche Atemnot

05.05.2010 | 17:09 Uhr
Asthma - die lebensgefährliche Atemnot

Oberhausen.Eigentlich ist die Krankheit gut in den Griff zu bekommen - dennoch: 5000 Menschen sterben in Deutschland jährlich an Asthma. Falsche oder fehlende Behandlung kann die Lebenserwartung eines Erkrankten um Jahrzehnte verkürzen.

Asthma ist weit mehr als ein bisschen Atemnot. Es ist eine gefährliche Krankheit, an der jährlich 5000 Menschen in Deutschland sterben. Es sind nicht nur Erwachsene, die ihr Leben verlieren. Vier von 100 000 Kindern im Alter von zwölf bis 16 Jahren erliegen einem Asthmaleiden. Die Zahl nennt Dr. Winfried Lehnen (51), Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche des St.-Clemens-Hospitals in Sterkrade. Dabei ist gerade diese Krankheit meist gut in den Griff zu bekommen. Und je eher man die Therapie beginnt, desto besser. „Wenn das Asthma nicht gut behandelt wird, führt das zu Dauerschäden an der Lunge“, sagt der Arzt. Die Lebenserwartung eines Menschen kann sich dadurch um Jahrzehnte verkürzen.

Doch schon junge Asthmatiker, die medizinisch nicht entsprechend versorgt werden, müssen mit einer sehr eingeschränkten Lebensqualität rechnen. Sie sind häufig im Krankenhaus, fehlen oft in der Schule, können nicht am Sportunterricht teilnehmen.

Schulungen seit 2002

All das - inlusive der Spätfolgen - lässt sich verhindern. „Ein gut eingestellter Asthmatiker kann Marathon laufen“, verdeutlicht Schwester Doris Schöning (45). Schöning bietet in Kooperation mit einer Arztpraxis am St.-Clemens-Hospital Asthma-Training für Erwachsene an. Ihre Kollegin Andrea Jansen-Kalthoff (50) trainiert Kinder. Die Schulungen gibt es an dem Krankenhaus schon seit 2002. Vor rund vier Jahren wurde Asthma dann auch nach Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2, Brustkrebs und koronaren Herzerkrankungen von der Bundesregierung in ein sogenanntes Desease-Management-Programm (DMP) aufgenommen. Ziel dabei ist eine bessere Versorgung der Patienten, aber auch eine verstärkte Teilnahme der Betroffenen an den Schulungen. Bei denen lernen kleine und große Patienten ganz viel über ihre Krankheit und den richtigen Umgang damit. „Wir bieten das Training für Kinder aller Altersklassen an“, sagt Andrea Jansen-Kalthoff, die sich ja speziell um den Nachwuchs kümmert. Ein Training - immer für Kinder und deren Eltern - setzt sich aus fünf Nachmittagen zusammen.

Das Schulungsteam besteht aus einem Arzt, zwei Asthmatrainern, einem Psychologen oder Pädagogen und einem Physiotherapeuten“, sagt die Schwester über das recht aufwändige Angebot. Die Kinder erfahren nicht nur, was Asthma ist, was bei einem Anfall mit den Bronchien passiert oder was sie im Notfall zu tun haben. Ihnen wird gezeigt, wie man Medikamente richtig anwendet oder wie man mit Stress umgeht. Sie werden zu kleinen Lungendetektiven, die in sich hineinhören mit der Fragestellung: „Wie geht es mir heute?“ Und besonders lernen sie auch, ihre Krankheit nicht zu verheimlichen.

Entzündung der Bronchien

Asthma - was ist das genau? „Es geht einher mit einer Entzündung der Bronchien, ihrer Verengung bzw. Steifstellung und einer vermehrten Schleimbildung“, sagt Dr. Winfried Lehnen, Chefarzt am St.-Clemens-Hospital. Die Menschen können noch einatmen, jedoch nicht mehr gut ausatmen.

Auslöser der Krankheit können Allergien sein. Patienten sind z.B. gegen Pollen oder bestimmte Nahrungsmittel allergisch. Aber auch körperliche Anstrengung kann einen Asthmaanfall auslösen. „Es gibt psychische Auslöser wie unheimliche Freude oder Trauer“, sagt Krankenschwester Andrea Jansen-Kalthoff. Stress spielt eine Rolle. Da er sich nicht vermeiden lässt, muss man lernen, mit ihm umzugehen. So lernen Kinder und Erwachsene beim Asthmatraining etwa entsprechende Entspannungsübungen.

Krankenschwester Doris Schöning rät allen Betroffenen, sich gut zu informieren. „Man kann vieles im Internet recherchieren“, sagt sie. Oder bei der Krankenkasse nachfragen, wo ein Asthmatraining angeboten wird. Ziel des Trainings sei, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und die Lebenserwartung zu erhöhen.

Andrea Micke

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