Arbeitsagentur Oberhausen mal ganz anders

Auch diese Frau (mit Kind) sucht unverbindlich das Gespräch mit einer Beraterin der Agentur für Arbeit.
Auch diese Frau (mit Kind) sucht unverbindlich das Gespräch mit einer Beraterin der Agentur für Arbeit.
Foto: Fabian Strauch / FUNKE FotoServi
Was wir bereits wissen
Erstmals veranstaltete die Agentur für Arbeit einen „Tag der offenen Beratung“. Vertrauliche Gespräche in ruhiger Atmosphäre außerhalb der normalen Dienstzeiten.

Oberhausen.. Gleich mehrere freundliche junge Damen begrüßen die Besucher im Foyer, verweisen in ein Großraumbüro im Erdgeschoss, in dem Teppichboden und Trennwände für gedämpfte, vertrauliche Gesprächsatmosphäre sorgen. Ein Warten gibt es nicht. Man ist gleich an der Reihe, kann sein Anliegen vortragen. Einige dutzend Interessierte nutzten denn auch am Samstagvormittag den ersten „Tag der offenen Beratung“ bei der Agentur für Ar­beit an der Mülheimer Straße. Erstmals präsentierte sich die Bundesagentur außerhalb ihrer üblichen Dienstzeiten.

Zwölf Mitarbeiter der Behörde stehen an diesem Samstag für die Beratung zur Verfügung. Sie haben vor allem in den ersten beiden von insgesamt vier Stunden gut zu tun. Aber Jürgen Koch, der neue Chef der Agentur für Arbeit in Oberhausen und Mülheim an der Ruhr, hat es mit dem Angebot auch nicht auf massenhaften Andrang abgesehen. „Wir wollen Fragen rund um die Themen Berufswechsel, Auf- und Wiedereinstieg sowie Weiterbildung beantworten“, sagt er.

800 offene Stellen

Ein 40-jähriger Mann geht zufrieden nach Hause. „Ich bin im Netzwerk-Management tätig und möchte mich berufsbegleitend weiterbilden, habe mir hier einige Infos besorgt. Es ging auch um finanzielle Fördermöglichkeiten“, sagt er. Da sei ihm das Angebot an seinem freien Tag sehr willkommen gewesen.

Immerhin 800 offene Stellen hat die Agentur in Oberhausen zu vergeben. „Der Kontakt zu den Unternehmen über uns hat einige Vorteile“, gibt Jürgen Koch zu bedenken. So hätten die Vermittler einige Kenntnisse über die Unternehmen, könnten das Anforderungsprofil des Arbeitgebers gut mit den Voraussetzungen eines Bewerbers abgleichen. „Vor allem blicken sie auch über den Tellerrand hinaus. Wer zieht schon in Erwägung, vielleicht auch in den Niederlanden zu arbeiten?“, fragt der Agentur-Chef. Seine Vermittler aber wüssten, wie das überhaupt gehe, was man dort verdiene, wie das mit der Sozialversicherung und den Sprachkenntnissen sei.

Datenbank mit Bildungsträgern

Und das gelte auch für das große Feld des beruflichen Aufstiegs. „Wir setzen bei der Beratung bei den Stärken an: Was kann jemand und was kann er damit erreichen? Wie kann man diese Stärken weiter ausbauen?“, sagt Jürgen Koch. Eine große Datenbank hilft dabei, den geeigneten Bildungsträger zu finden.

Auch beim beruflichen Wiedereinstieg von Frauen ist Jürgen Koch optimistisch: „Die Chancen sind heute sehr gut, wenn man Fachkraft ist, auch in Teilzeit“, sagt er. Bei ihnen und vor allem bei ungelernten Kräften könne eine Weiterbildung sehr hilfreich sein.