Anwälte kritisieren Lärmgutachten

Zwei Rechtsanwälte sind für die sieben Nachbarn tätig. Sie greifen vor allem das Lärmschutzgutachten an. Das hat der Betreiber der Lagerhalle in Auftrag gegeben. Die Stadt stützt sich darauf.

Die Anwälte kritisieren unter anderem, dass die Häuser an der Schmelzstraße städtebaulich als Mischgebiet eingestuft werden. Denn darin wären Wohnen und Gewerbe gleichberechtigt. Aber das Gewerbe darf das Wohnen nicht wesentlich stören. Sie gehen jedoch von einem „Allgemeinen Wohngebiet“ aus, wie es vom Gutachten auch auf der Duisburger Seite der benachbarten Niebuhr­straße ausgewiesen sei. In einem Allgemeinen Wohngebiet hätte eine solche Lagerhalle gar nichts zu suchen.

Dann aber könnten die vorgeschriebenen Lärmgrenzwerte nicht eingehalten werden, schreiben die Anwälte. Auch im Mischgebiet gelinge das nur bedingt, indem zum Beispiel die Lkw-Zufahrt nachts nicht benutzt werden darf.

Die Anwälte haben aber noch weitere Kritikpunkte. Sie bemängeln, dass ein Lkw-Stau bei laufenden Motoren auf der Zufahrt hinter den Gärten tagsüber nicht berücksichtigt werde. Auch werde nicht bedacht, dass die Lagerhalle künftig den Schall der Lkw auf die Häuser ablenkt.

Die Stadtverwaltung weist diese Kritikpunkte zurück. Weder besteht für sie ein Zweifel, dass es sich um ein Mischgebiet handelt, noch hat sie an dem Lärmschutzgutachten etwas auszusetzen.

Der Betreiber des Lagers hat den Nachbarn Gespräche über freiwillige Lärmschutzmaßnahmen angeboten. Bedingung: Sie müssten ih­re Klage zurückziehen. Aber das wollen Norbert Bill und Klaus Thurau nicht.