Angst vor gesellschaftlicher Bildungsarmut
30.05.2008 | 19:26 Uhr 2008-05-30T19:26:00+0200Die Literarische Gesellschaft Oberhausen befürchtet weitreichende Folgen, sollten die Schulbibliotheken wie im Sparkonzept geplant schließen.
Die Literarische Gesellschaft Oberhausen hat Kürzungspläne der Verwaltung, wonach das Budget der Stadtbibliothek um bis zu 911 000 Euro zusammengestrichen werden soll, scharf kritisiert. Bei einer Umsetzung des Sparkonzepts drohe den Bibliotheken „ein langfristiges Ausbluten”, so der Vorstand. „Dies stünde im krassen Gegensatz zu den Bemühungen der Politik, Oberhausen als Lesestadt zu präsentieren”, sagt Wilhelm R. Kurze, Vorsitzender der Literarischen Gesellschaft Oberhausen.
Insbesondere das Schicksal der 63 Oberhausener Schulbibliotheken verfolge die Gesellschaft „mit großer Sorge”. Das Fortbestehen der Einrichtungen sei durch die geplanten Kürzungen unmittelbar bedroht. Derzeit sind innerhalb der Oberhausener Stadtbibliothek zehn volle Stellen an die fachliche Betreuung der Schulbüchereien gebunden. In den Sparvorschlägen des Arbeitskreises Haushaltskonsolidierung sind dafür nur noch 1,5 Stellen vorgesehen. Darüber hinaus sieht der Plan vor, die Zahl der Bibliotheks-Filialen auf die drei Standorte Sterkrade, Osterfeld und Alt-Oberhausen zu reduzieren. Zudem soll der Bücherbus aufgegeben und die allgemeinen Öffnungszeiten um 15 Prozent eingeschränkt werden.
„Angesichts der finanziellen Situation unserer Stadt sehen wir ja ein, dass Kürzungen notwendig sind. Wir bitten aber darum, dass das mit Augenmaß geschieht”, sagt Hans-Joachim Mattheis, Geschäftsführer der Literarischen Gesellschaft. Zumal die Bibliotheksleitung der Stadtverwaltung bereits vor Monaten Sparpotenziale in Höhe von rund 650 000 Euro aufgezeigt habe. „Wenn alle Kultureinrichtungen so weitreichende Vorschläge gemacht hätten wie die Bibliothek, sähen wir heute gut aus. Das macht mich wirklich zornig”, betont Wilhelm R. Kurze.
Die gesellschaftlichen Langzeitfolgen von Bibliotheks-Schließungen seien indes nicht absehbar, so Kurze: „Wir haben bereits heute in unserer Gesellschaft eine Gruppe von Menschen, die für Bildung nicht sehr empfänglich ist. Unter diesem Aspekt wären Schließungen eine absolute Katastrophe.”

06:59
Wer hat denn da gepennt? Das Foto zeigt doch eine Übung der Berufsfeuerwehr vor dem Johanniter Krankenhaus..... :)