Angst im öffentlichen Raum
11.08.2009 | 19:21 Uhr 2009-08-11T19:21:00+0200Senioren meiden Plätze, Parks und Kultureinrichtungen immer häufiger, weil sie sich dort unsicher fühlen.
Objektiv ziehen – just als CDU-Mann Dirk Buttler und die Seniorenunion sich vor dem Hauptbahnhof versammelt haben – fünf so genannte rote Sheriffs über den Vorplatz. Die Ordnungskräfte kontrollieren einen jungen Mann mit Bart, langen Haaren und Rucksack – unsere Versammlung erscheint ihnen weniger suspekt.
Subjektiv könnte man hier einen Zusammenhang sehen zwischen der Anwesentheit des Beigeordneten der Stadt und der Spontanpräsenz der „Hüter”. Auch Buttler reagiert – wie die Seniorenunion – leicht verduzt: So selten kommt ihnen, rein subjektiv, der Anblick vor, und dann gleich in dieser Stärke.
Objektiv ist in der Zahl der Strafdelikte am Bahnhof im Vergleich der ersten Halbjahre 2008 und 2009 ein Rückgang von fast 20 Prozent zu verzeichnen. Es gibt keine offene Drogenszene – die gab es hier noch nie – es herrscht Alkoholverbot auf dem Vorplatz, es gibt Videoüberwachung am Bahnhof und der ist objektiv heller und subjektiv sympathischer geworden. Letzteres stellt die Seniorenunion fest, die sich bei dem OB-Kandidaten für das Sicherheitsgefühl von älteren Menschen Gehör verschaffen will. „Das ist bei den Parteien leichter im Wahlkampf”, grinst der Vorsitzende Josef Schneider. Denn die Befindlichkeit der Senioren werde nicht besser, wird Schneider ernst, „sie fühlen sich unsicher im öffentlichen Raum”. Manche meiden ihn regelrecht: Eine ältere Dame spricht von Angst vor Pöbeleien am Bahnhof und in Parks, eine andere nervent MP3-Spieler, wieder eine geht nicht mehr ins Theater, weil der öffentliche Nahverkehr abends zurückgebaut wurde. Die Gründe subjektiven Unwohlseins sind so verschieden wie die Menschen selbst.
„Vermüllung und Vandalismus schafft Ängste”, zeigt Buttler Verständnis für die subjektiven Eindrücke. Mehr Präsenz von kommunalen Ordnungskräften und eine personelle Verdopplung (derzeit sind es 15 Stellen) will der CDU-Mann durchsetzen, außerdem will er Videoüberwachung und gegen Unsauberkeit etwa beim Sperrmüll systematisch vorgehen. Bei der Fastfood-Kette am Bahnhof ums Eck kringeln sich derweil Verpackungstüten im Wind, „die wehen irgendwann rüber zur Bushaltestelle oder in die Büsche”, schildert Buttler, dann müssen sie OGM oder WBO beseitigen – ein Zuständigkeitsgeplänkel, „das man dem normalen Bürger nicht vermitteln kann.” Hinter dem Bahnhof weht das lauere Lüftchen einer Sportzigarette – „Marihuana”, identifiziert Buttler aus Seminarerfahrung.
Rote Sheriffs müssen in den Augen Schneiders übrigens nicht unbedingt sein: „Als ich kürzlich eine Gruppe, die Bier trank, nach dem Weg fragen wollte, hatte mein Enkel mehr Angst als ich.” Dabei haben die sogar freundlich geantwortet.

13:51
@ichmaglieberkatzen
in der Tat, hat Herr Buttler es nicth so mit dem anleinen seiner Hunde. Aber es geht noch viel besser - wenn seine nicht angeleinten Hunde sich durch den Schuss eines Jägers erschrecken, wird der Jäger noch beschimpft.
Ich glaube sowas man nennt sowas mangelndes Unrechtsbewusst sein - oder Er ist uneinsichtig - sucht die Schuld immer bei Anderen !
22:12
@Franziskaner
Herr Buttler ist in der Tat nicht erst seit gestern Beigeordneter, aber seinem Dienstherrn verpflichtet. Und dieser Dienstherr konnte bisher alle Konzepte durch seine absolute Mehrheit über den Haufen schmeißen.Was den Sozis nicht in den Kram passte, wurde vom Tisch gewischt. Ja es ist Wahlkampf- und damit auch die Chance für die Bürger, die Konzepte durchzusetzen.
18:15
Ein Hoch auf Herrn Schneider! Dieser Mann hat echt eine Menge Lebenserfahrung. Ich konnte mich selber davon überzeugen...
Anscheinend sind nicht alle in der CDU mit der Arbeit von Herrn Buttler zufrieden. Oder sehe ich das falsch?
Eine Frage hab ich noch: Wieso fallen denn jetzt Herrn Buttler Konzepte ein, wie man was im Bereich der Öffentlichen Ordnung verbessern kann. Herr Buttler ist nicht seit gestern Beigeordneter oder?
Ach ja! Es ist ja Wahlkampf. Stimmt ja...
16:35
# snowman
seit Buttler zwei Hunde hat (was machen die eigentlich den ganzen Tag, wenn der Beigeordnete im Büro ist?), wird das mit dem Auslauf sicher nicht ganz sooo streng gesehen. ;-)))
16:33
Viele Bürgerinnen und Bürger nutzen täglich öffentliche Flächen, Parks, Grünanlagen sowie Spazier- und Radwege auf vielfältige Art und Weise: Als Ruhe-, Sport- und Begegnungsstätte, aber auch zur Freizeitgestaltung mit unseren geliebten Vierbeinern!
Hunde sind selbstverständlich an der Leine zu führen, so dass eine verträgliche und geimeinsame Nutung solcher Gelände möglich ist.
Es ist daher völlig unverständlich und undiskutabel, dass SPD und Linke versuchen, uns Bürgerinnen & Bürger durch Gängelei, Bevormundungen oder gar Verbote an der kurzen Leine halten wollen!
Allein für so eine unsoziale und intollerante Haltung haben SPD und Linke es verdient am 30.08.09 bei der Kommunalwahl einen kräftigen Denkzettel verpasst zu bekommen!
15:49
5 rote Sheriffs? Glaube ich nicht das es so viele in Oberhausen gibt. Warum wurde kein Foto gemacht?
Lieber Herr Butler, ich fahre jeden Tag mit dem Rad vom HBF nach Osterfeld, entlang der Stoag Trasse und über das Geländer der OLGA. Auseinadersetzungen mit Hundebesitzern, deren Hunde ohne Leine über den Fuß/Radweg und über das OLGA Gelände laufen, auf dem Gelände herrscht eigentlich Hundeverbot, sind keine seltenheit. Hunde brauchen auslauf, keine Frage, aber bitte nicht auf dem Radweg oder auf dem genannten Gelände!! Ich möchte auch nicht gerne in Hundekot Fussball spielen!
Leider habe ich dort noch nie auch nur einen Sheriff gesehen. Ist der Aktionsradius der Sheriffs auf die Innenstadt begrenzt?
15:41
Wen bitte stört es, wenn jemand im Bhf raucht oder draußen (=öffentlicher Platz) Bier getrunken wird? Mich nicht, wäre ja auch lächerlich: Von Ersterem kriege ich bestimmt keinen Lungenkrebs und vom Zweiten werde ich nicht einmal betrunken...
Manche Leute - alt und jung - hätten noch unbegründete Angst, wenn die ganze Stadt totes Gelände wäre. Da helfen auch Wahlkampfschwätzereien nichts.
Was ich einsehe, ist Angst vor randalierenden Kneipen- oder Puffbesuchern in manchen Straßen (Lipperfeld, Grenzstraße), aber das hat ja etwa mit dem Bhf am Mittag nix zu tun. Und da kommt auch niemand schauen - sind wahrscheinlich alle mit dem Kontrollieren von harmlosen Langhaarigen beschäftigt...
15:27
Auf eine Bank am Bahnhofsvorplatz, latürnich...
15:25
Wie jetzt!? Ich darf mich bei Gelegenheit - etwa sonntags bei schönem Wetter nach dem Kauf eines Magazins - nicht auf den Bahnhofsvorplatz setzen und dabei ein Bier trinken (auch aus dem Bahnhof)? Warum das? Hanebüchener Unsinn... In Baden-Würtemberg wurde solch ein Alkoholverbot gerade erst (wieder einmal) kassiert und dort hatte man ernsthaftere Probleme. Wartet man hier nur darauf, dass auch hier geklagt und gewonnen wird?
09:43
Von der CDU immer wieder gern besetzt – dieses Thema !
Ob Sicherheit, Ausländerhetze oder persönliche Diffamierungen, dieser Kommunalwahlkampf wird von der Oberhausener CDU mit dem Niveau von Roland Koch geführt ! Der Hessische Lügenbaron lässt grüßen !
Im übrigen empfehle ich: anstatt mit der EC-Karte in den Baumarkt zu rennen und dafür, dass einmal im Jahr ein Loch gebohrt werden muss, gleich eine Bohrmaschine zu kaufen, lieber mal beim Nachbarn klingeln und fragen. Man kommt ins Gespräch und der Eine achtet auf den Anderen ! Durch eine Kultur des umeinander Kümmern, lässt sich subjektives und objektives Sicherheitsgefühl ohne großen Aufwand mehr verbessern, als durch jeden Sheriff,
egal welcher Farbe !