Angekündigte Infos waren nur Luftblasen

Bürgerversammlung. Als Abonnent Ihrer Zeitung möchte ich mich für die objektive Berichterstattung bedanken. Ich habe an der Versammlung teilgenommen, um meinem 15 Jahre alten Patenkind beizustehen, das am Vortag 500 Flugblätter pro Flüchtlingsheim verteilte, die von ihr und zwei Freundinnen verfasst wurden. Da sie und ihre Familienangehörigen verbal und schriftlich massiv verunglimpft wurden, war ich auf eine hochemotionale Diskussion vorbereitet. Was sich dann auf der Versammlung jedoch abspielte, war eine einzige Farce. Die groß angekündigten Informationen waren nur Luftblasen. Konkrete Aussagen wurden von der Stadtverwaltung vermieden. Die Diskussionsrunde verdiente diesen Namen auch nicht. Es entwickelte sich ein gebetsmühlenartiges Beharren auf vorgefertigten Standpunkten. 50 Prozent der Fragen wurden gar nicht, der Rest unzulänglich beantwortet.

Die von der Bürgerinitiative angeführte gesundheitsgefährdende Bodenbelastung wiederholte sich permanent. Ich habe als Kind auf diesem Gelände häufig gespielt, ohne bleibende Schäden davon getragen zu haben. Fakt ist, dass die Mehrzahl der Oberhausener Bürger die Form der Unterbringung ablehnt. Wie soll eine Integration stattfinden, wenn gegen den Willen der Flüchtlinge und der Bevölkerung eine Ghettoisierung unter menschenunwürdigen Verhältnissen vorgenommen wird? Daher plädiere ich für eine Unterbringung in städtischen oder privaten Wohnungen oder auch in Alternativunterkünften. Bei über 4500 freistehenden Wohnungen sollte es doch eine Alternative geben. Mehrere Osterfelder Bürger haben der Stadt freien Wohnraum angeboten und warten seit Wochen auf einen Rückruf des chronisch überlasteten städtischen Personals. Das Rathaus könnte den Eigentümer des ehemaligen Hotels zum Volksgarten an der Kapellenstraße kontaktieren – erstklassige Lage, Kindergarten, Schule und Sportvereine in der Nähe. Das Gelände von ThyssenKrupp an den Waldteichen könnte ein geeigneter Standort sein.

Wenn all diese Alternativvorschläge nicht greifen, dann bitte ich die Stadt zumindest den besorgten Anwohnern mit einer Befristung des Projektes von maximal fünf Jahren entgegen zu kommen. Ich denke, dass dann die Anwohner offener und warmherziger die neuen Bürger willkommen heißen. Jörg Roemer