Als Udo Jürgens die Mädchen in Oberhausen zu Füßen lagen

Gestern hätte Udo Jürgens in der Oberhausener Arena auftreten sollen. Für Peter Jötten, Leiter der Kontaktstelle Selbsthilfe beim „Paritätischen“ und eingefleischter Rolling-Stones-Fan, stand fest: „An meinem Geburtstag wollte ich den großen Chansonnier noch einmal live in Oberhausen sehen.“ Dazu sollte es durch den plötzlichen Tod von Udo Jürgens am 21. Dezember nicht mehr kommen. Gestern, am Tag des geplanten Konzerts, musste Peter Jötten an die kleine Vorgeschichte denken, die seine Liebe zur Musik von Udo Jürgens begründete:

„,Deutschland sucht den Superstar’ hatte in ähnlicher, kleiner Form schon Mitte der 60er Jahre stattgefunden: Das Plattenlabel „Hans-Records“ war damals in deutschen Städten unterwegs, auch in Oberhausen. Dem Sieger des Wettbewerbs winkte eine Plattenaufnahme in den Hansa Studios in Berlin.

War es 1968?, (ich hoffe auf Aufklärung durch die NRZ-Leser...) ich befand mich damals in der Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Fa. Gustav Kiel an der Duisburger Straße.

Einer meiner Kollegen, ebenfalls noch in der Lehre, schrieb eigene Texte, spielte gut die 12- saitige Gitarre, schickte seine „Tonbänder“ ab und qualifizierte sich für die Endausscheidung des Wettbewerbs in der Stadthalle Oberhausen. Als Stargast eingeladen war Udo Jürgens.

Jubel für Hartmut Jeske

So allmählich nahm der Wettbewerb Fahrt auf, das Teilnehmerfeld hatte Qualität. Natürlich waren viele Arbeitskollegen da und jubelten unserem Favoriten, dem Oberhausener Hartmut Jeske zu. Der war gut... landete allerdings nicht auf dem ersten Platz.

Eigentlich hatten alle auf den Udo Jürgens- Auftritt gewartet, die weiblichen Teenies lagen dem großen Udo vom ersten Augenblick an zu Füßen. Heute würde man sagen: eine klasse Performance.

Bei den Zugaben von Udo war mir klar: Der Mann hat Durst. Catering und Security waren damals noch Fremdworte. Also bin ich hin zur Zapfstation, zwei Bier bestellt, ab zur Bühne und dem Künstler eins hochgereicht. Udo bedankte sich, hob das Glas und prostete mir zu.

Bei der Tour „Udo ‘70“ habe ich den Star in der Grugahalle erlebt, allerdings dann in einem größerem Rahmen.

Würde mich freuen, wenn Hartmut Jeske sich bei mir melden würde.( 301-96 20)“