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Als Karnevalist gar nicht böse

12.02.2010 | 12:58 Uhr
Als Karnevalist gar nicht böse

„Professionelle Zusammenarbeit trägt eben über die Zeit.“ So ein Satz könnte auch internes Motto einer Karnevalsgesellschaft sein, fiel aber nicht dort, sondern am gestrigen Nachmittag bei der Pressekonferenz des Landesinnenministers Ingo Wolf zur Festnahme eines mutmaßlichen italienischen Mafia-Killers. Dass der Minister sich gestern Abend nach Oberhausen wagte, bewerten Beobachter der politischen Szene als durchaus mutig, ist er, beziehungsweise sein Haus und speziell die Abteilung Kommunalfinanzen, in Oberhausen doch nicht gerade gut gelitten. Aber Wolf kam, hatte sich eine Narrenkappe aufgesetzt und hinterließ beim Prinzenempfang des Berufsförderungswerkes (BFW) an der Bebelstraße einen ausgesprochen sympathischen Eindruck.

Mit der Muttermilch

„Jeder Jeck ist anders“, kommentierte zwar ein politisch andersfarbiger Nachbar, wollte den Minister aber auch nicht auf das Thema Geld oder Westerwelle ansprechen: „Nee, ist Karneval.“ Den weiß Wolf zu schätzen: „Ich bin in Köln geboren, habe ihn also mit der Muttermilch aufgesogen. Gestern musste ich in Düsseldorf feiern, und weil uns alle ja die Liebe zum Karneval eint, wollte ich heute mal gucken, was so los ist und muss sagen: Hier wird rasant Karneval gefeiert.“

Womit Wolf den zuvor vom hiesigen Karnevals-Chef Heiner Dehorn mal wieder gebrauchten Spruch bestätigte: „Wir können nicht nur feste arbeiten, wir können auch feste feiern.“ Dehorn hatte kurz versucht, den Innenminister ein wenig zu locken („Wäre ja schön, wenn Sie Geld mitgebracht hätten“), aber der ließ sich gar nicht erst auf so etwas ein. Wobei: Große Augen machte er, als Löwen-Präsident Peter Birkhäuser stolz seine sieben Paginnen vorstellte -- Wolf schien da zu denken: Üppig, üppig, diese Oberhausener. . .

Mal ‘ne gute Idee

Dass die Löwen mit ihrem Gespann Peter Birkhäuser/Bernd Schur den Abend moderierten, liegt am Initiator des BFW-Empfangs. Ulrich Wimmer hatte vor fünf Jahren die Idee, trommelte Sponsoren zusammen und machte BFW-Direktor Herbert Schmidt „heiß“ auf Karneval. Feiern kann man da, und Schmidt kündigte schon das Motto der nächstjährigen Veranstaltung an: Es wird die sechste und soll heißen „Sexbomb“. Beifall von den rund 300 Mitmenschen, die längst nicht alle uniformiert, sondern auch anderweitig dem öffentlichen Leben zuzurechnen waren.

Das Programm gefiel, zumal mit den „Frönden“ ein Stimmungsgarant antrat, und mit den „Weend Blaozers“ aus dem niederländischen Hengelo eine Truppe Musik und Spaß machte, die zur Stammbesatzung zählt. Nicht zu vergessen die „Three Lions“, wie sich Styrums Hausband um Dachdecker Stefan Gentz nennt. Zwischendurch ließen sich die verschiedenen Tollitäten sehen, ehe Prinz Marco I. mit seiner Prinzengarde den Schlusspunkt setzte. Und siehe da: Auch die zwar nicht breite, dafür aber recht tiefe Bühne im BFW konnte den Schwung der Blauen Funken nicht beeinträchtigen. Nur noch dieses Wochenende. . .

Gustav Wentz

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Kommentare
13.02.2010
15:04
Als Karnevalist gar nicht böse
von LeitermannsJeckeLandesminister | #1

Mal jut dat der Gustl mir nun mal aufgeklärt hat - isch han all die Zig jeglaubt, däh Mann heisst nur Wolf und wäre eigentlich ein Esel - naja ist doch och ke Wunder - so wie däh Politik met - oder ?

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