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Alle wollen Gauck lesen

23.02.2012 | 08:00 Uhr
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Der designierte Bundespräsident Joachim Gauck (r.), signiert nach einer Lesung Bücher. Foto: Torsten Silz/dapd

Oberhausen. „Ausverkauft!“ Das ist es, was auch in Oberhausener Buchläden oft zu hören bekommt, wer dieser Tage nach Büchern von Joachim Gauck fragt. Sie fanden in den vergangenen Tagen reißenden Absatz.

„Durch die Nominierung zum Bundespräsidenten hat sich natürlich die Nachfrage erhöht“, sagt Christiane van Brakel von der Buchhandlung Gentsch. „Die plötzliche Ernennung hat alle überrascht. Man kann von einem Boom sprechen, der einige Monate anhalten wird.“

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Berlin, 21.02.12: Mehr als zwei Drittel der Deutschen haben sich für Joachim Gauck als Staatsoberhaupt ausgesprochen. Laut einer Blitzumfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF finden 69 Prozent einen möglichen Bundespräsidenten Gauck gut.

Gauck sorgt für klingelnde Kassen bei den Buchhändlern. Im Jahr 2010 erschien seine Biographie „Winter im Sommer – Frühling im Herbst.“ Schon bei Gaucks erster Kandidatur für das Bundespräsidentenamt sei das Interesse an dem Buch groß gewesen, so Ellen Beeftink von der Buchhandlung Grauert im Hauptbahnhof. „Damals wollten die Menschen wissen, wer er eigentlich ist, dieser Gauck, dessen Namen sie eher mit der Stasiunterlagen-Behörde in Verbindung brachten als mit einem Autor oder Politiker.“

Bis zu zwei Wochen warten bei Bestellungen

Inzwischen ist auch sein neues Werk auf dem Markt: „Freiheit – ein Plädoyer“. Heute seien die Menschen am Staatsmann Gauck interessiert, so Beeftink. Sie erhofften sich Antworten auf Fragen wie: Ist er der Aufgabe gewachsen? Welche Richtung wird er verfolgen? Wird er Deutschland würdig vertreten? Dadurch sei wieder ein Ansturm auf die Bücher entstanden. Beim Internet-Versandhändler Amazon liegt das neue Gauck-Werk auf Platz eins, der Verlag komme nicht hinterher. Auch bei „Thalia“ an der Marktstraße müssen Kunden das Buch bestellen und bis zu zwei Wochen warten.

Gibt es Lieferengpässe, hätten die kleineren Händler oft das Nachsehen, beklagt Ellen Beeftink. „Die ersten Auflagen werden meist von den Großen aufgekauft. Für uns bleibt da nicht mehr viel übrig, wir bekommen keine.“

Politischer Aschermittwoch

Sam Hashemi1

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