Alibiveranstaltung

Bürgerversammlung Flüchtlingsheime Kapellenstraße/Sperberstraße.

Wenn man vom Rathaus kommt ist man klüger, heißt es. Leider gilt das wohl nicht für so genannte Bürgerinformationen, so ist zumindest mein Eindruck nach der Veranstaltung am Donnerstag in der Auferstehungskirche zu den neuen Flüchtlingsstandorten Kapellen- und Sperberstraße. Hier handelte es sich um eine reine Alibiveranstaltung der städtischen Verwaltung. Es gab für mich keine einzige neue Information, und es wurden nur bereits bekannte Argumente vorgetragen. Fragen aus der Bürgerschaft wurden nur unzureichend beantwortet. Hier Beispiele: Neun der 32 angeblich geprüften Standorte sind leer stehende Schulen. Diese wurden aber sofort wieder ausgeschlossen, weil die politischen Gremien in Oberhausen sie als nicht geeignet ansehen. Basta! Andere Städte sehen das zwar anders, aber in der Oberhausener Verwaltung ist man wohl klüger und kostenbewusster. Über die anfallenden Baukosten für die Containerstandorte kann man noch nichts sagen, da die Bauplanung noch nicht abgeschlossen ist. Besonders beim Standort Sperberstraße sind erhebliche Zweifel an der Entscheidung angebracht. Man hätte auch dagegen argumentieren können. Zum Beispiel zu klein (3272 qm), zu dicht an der vorhandenen Bebauung, der Naturschutz muss beachtet werden. Ja, aber Pech gehabt, dieser Standort hat leider keine Lobby im Rathaus, also wird das Biotop platt gemacht und eine Containersiedlung errichtet. Der Standort Emsstraße (20 806 qm) fällt aus der Auswahl, da dort bald eine Aufforstung vorgesehen ist. Das soll man akzeptieren? Auch das Bodengutachten für die Kapellenstraße wird mit „Da ist nichts, ich verstehe mit 31 Jahren Berufserfahrung mehr von dieser Materie“ weggewischt. Fakt blieb: Die Verwaltung hat alles richtig gemacht und wird sich auch nicht einen Zentimeter bewegen. Jetzt kann sie aber behaupten „Wir haben die Bürger umfassend informiert“. Mein Resümee nach zwei Stunden: schade um die vergeudete Zeit.