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Alarmierend viele Kinder in Oberhausen können nicht schwimmen

04.07.2011 | 17:11 Uhr
Alarmierend viele Kinder in Oberhausen können nicht schwimmen
Laut einer Studie des Schwimmverbandes NRW können 33 bis 40 Prozent der Viertklässler in Oberhausen nicht schwimmen. Foto: Svenja Hanusch

Oberhausen.   Laut einer aktuellen Statistik des Schwimmverbandes NRW gelten mittlerweile 33 bis 40 Prozent aller Viertklässler als Nichtschwimmer. Bei Kindern mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Familien ist die Zahl laut der Statistik noch höher.

Sommerzeit ist Freibadzeit - doch auch in Oberhausen können immer weniger Kinder schwimmen. Laut einer aktuellen Statistik des Schwimmverbandes NRW gelten mittlerweile sogar 33 bis 40 Prozent aller Viertklässler als Nichtschwimmer. Woran liegt das?

Adolf Hillebrand, Generalsekretär des Schwimmverbandes NRW, meint: „Zum einen sind die Kinder generell bewegungsärmer und zum anderen werden sie nicht mehr genügend durch ihre Eltern animiert.“

"Schwimmen hat häufig keine Tradition"

Bei Kindern mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Familien sei die Zahl der Nichtschwimmer noch höher. „Das Schwimmen hat in diesen Familien häufig leider keine Tradition“, so Hillebrand.

Auch in Oberhausen ist die Zahl der Nichtschwimmer groß. Zwar werden in allen Grundschulen der Stadt ab der zweiten Klasse Schwimmkurse angeboten und auch viele Vereine und die Schwimmbäder bieten Kurse an, doch um einen dieser begehrten Plätze zu ergattern, muss man bis zu einem halben Jahr Wartezeit in Kauf nehmen.

Nachfrage nach Schwimmkursen ist groß

In den Hallenbädern Sterkrade und Oberhausen werden bereits täglich Schwimmkurse angeboten, da die Anfrage nach Kursen so groß ist. „Alle sieben Wochen beginnt ein neuer Anfängerkurs“, so Jutta Szczepek vom Oberhausener Gebäudemanagement (OGM). Es ist jedoch nicht selten der Fall, dass Eltern ihre Kinder erst zum übernächsten Kurs anmelden können.

Beim Oberhausener Bildungswerk ist die Warteliste noch länger. Hier müssen einige Kinder sechs Monate auf ihre ersten Schwimmversuche warten, weiß Brigitte Müller vom Bildungswerk. Viele Kinder sind bereits sechs oder sieben Jahre alt, wenn sie zum ersten Mal an einem Schwimmkurs teilnehmen. „Das liegt vor allem daran, dass die Eltern oft keine Zeit haben, selbst mit dem Kind ins Schwimmbad zu gehen“, sagt Müller.

Schwimmkurse ausgebucht

Auch in den Oberhausener Schwimmvereinen sieht die Situation nicht anders aus. So sind die vier Anfängerschwimmkurse des Oberhausener Schwimmvereins 1897 e.V. mit insgesamt 80 Kindern komplett belegt. Die Deutsche-Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) bringt in Oberhausen mit ihren ehrenamtlichen Ausbildern momentan rund 100 Kindern das Schwimmen bei.

„Die Nachfrage ist ziemlich groß, jedoch gibt es nicht genügend Platz und Zeit“, sagt Andrea Brandt, Bezirksleiterin des DLRG Oberhausen. Dabei sei die Situation in Oberhausen noch nicht so schlimm, wie in den umliegenden Städten. Zwar gäbe es durch die Schwimmbadschließungen längere Wege, immerhin gibt es aber noch drei Schwimmbäder in der Stadt.

Stadt und Stadtsportbund haben momentan noch kein Patentrezept gegen die alarmierend hohe Zahl an Nichtschwimmern. „Wir haben einfach nicht genügend Wasser“, räumt Martin Berger, Pressesprecher der Stadt, ein.

AquaPark hat Kapazitäten für Anfänger

Lediglich der AquaPark am Centro hat momentan noch Kapazitäten für Schwimmneulinge frei. Hier gibt es drei Anfängerkurse, es wären jedoch fünf denkbar.

Das NRW-Schulministerium , der Schwimmverband und Landessportbund wollen aktiv gegen die hohen Nichtschwimmerzahlen vorgehen und so wird es in diesen Sommerferien die Kampagne „NRW kann schwimmen!“ geben. Durchgeführt wird diese vom Schwimmverband NRW in Kooperation mit Schwimmvereinen vor Ort. In Ferienschwimmkursen sollen Viert- bis Sechstklässler das Schwimmen erlernen. An dieser Kooperation beteiligt sich in Oberhausen in den kommenden Ferien der DJK SV Delphin 05 Osterfeld: 02041/702234 (ab 15 Uhr).

Simona Westhoven

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Kommentare
08.07.2011
12:16
Alarmierend viele Kinder in Oberhausen können nicht schwimmen
von BorbeckerBefreiungsFront | #23

Bis die Ozeane ansteigen und Flutwellen den Emscherbruch erreichen, bleibt ja noch etwas Zeit das Schwimmen zu erlernen.
Was ich nicht verstehe, sind diese bildungsfernen Schichten, die meistens viel Zeit und einen großen Fernseher haben. Wie kriegt man die ohne physischen Zwang in einen Sportkurs.

06.07.2011
09:40
Alarmierend viele Kinder in Oberhausen können nicht schwimmen
von ruhrpottbastard | #22

Bei Kindern mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Familien sei die Zahl der Nichtschwimmer noch höher. - Na das wird sich ja jetzt mit dem Burkini ändern ! ( Wer´s glaubt...)

06.07.2011
07:34
Blockierter Kommentar.
von wackenrules | #21

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

06.07.2011
06:58
Alarmierend viele Kinder können nicht schwimmen
von meigustu | #20

#18 Es waren die 68er die den Schwimmunterricht verbreitet haben.

Die, die Schule nur als staatlich bezahlte Berufsausbildung für die Wirtschaft verstehen, sind es die die Abschaffung von Schwimmunterricht und menschenbildenden Angeboten betreiben.

So bekommt man unselbstständige Individuen, die ohne Vordenker an nichts ran gehen. In den USA haben deutsche Auswanderer nach dem Krieg fasziniert festgestellt, das ihre Handwerkslehre ihnen fachlich wie menschlich ein so breites Fundament gegeben hat, das sie damit jedem amerikanischen Anlernling und Multiple Choice Idioten überlegen waren.

06.07.2011
06:55
Alarmierend viele Kinder können nicht schwimmen
von nocheindirk | #19

Leider gibt es nicht an allen Schulen Schwimmunterricht. Bei meiner Tochter und zwei der Kinder meiner Partnerin wird kein Schwimmunterricht in der Grundschule angeboten. Das sind schonmal drei verschiedene Schulen. Und wie schon geschrieben wurde wird es immer schwieriger ein geöffnettes Schwimmbad oder einen Schwimmverein zu finden. Da würde auch der Aquapark auch nicht helfen, da muß man erstmal hinkommen.Das ist auch wieder mit Kosten verbunden.
Und übrigens, nicht alle Hartzies sind faul und vernachlässigen ihre kinder. Es gibt tausende alleinerziehende Mütter die zwar arbeiten, aber immernoch Hartz IV beziehen müssen. Und wenn dann noch eine stundenlange Anfahrt zu den Bädern notwendig ist wird das schon schwierig. Guckt euch doch mal in Essen um. Die würden dort ja am liebsten alle Bäder bis auf das in Rüttenscheid schließen. Und von diesen Politikern kam doch auch die Aussage das die Leute ja zur not auch in einer anderen Stadt schwimmen gehen können. Ganz tolle Idee

06.07.2011
03:44
Blockierter Kommentar.
von AltGr | #18

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

06.07.2011
00:30
Alarmierend viele Kinder können nicht schwimmen
von Mippes | #17

Das Bildungswesen in Deutschland ist genau angepasst auf die tatsächliche defizitäre Arbeitsmarktsituation der Bundesrepublik.
Was nützt es, wenn alle Abitur haben und studieren, wenn hinterher die vorhandenen Arbeitplätze nicht für alle ausreichen??????

06.07.2011
00:28
Alarmierend viele Kinder können nicht schwimmen
von dummmberger | #16

Da wir keine Meeresbewohner sind, sondern auf dem Land leben, sehe ich das nicht so furchtbar dramatisch.
Und ich kann mich erinnern, dass zu meiner Schulzeit, als wir klassenweise Schwimmunterricht hatten, auch ungefähr die Hälfte Nichtschwimmer waren. Aus den meisten ist trotzdem was geworden. :-)

06.07.2011
00:13
Alarmierend viele Kinder können nicht schwimmen
von Bernd-Bruns | #15

Bildungsferne Schichten sind halt eine Bereicherung für unsere Bananenrepublik.

05.07.2011
23:48
Alarmierend viele Kinder können nicht schwimmen
von Mippes | #14

Und das beim drohenden Anwachsen des Meerespiegels.

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