Äpfel mit Äpfeln verglichen

Zum Leserbrief Äpfel mit Birnen verglichen vom 30. März zum Thema Straßenbahn 105. Im oben genannten Leserbrief unterstellt mir der Verfasser: „Verlieren tut besonders weh, wenn man nicht einsieht, warum.“ Er bezieht sich dabei auf meinen Leserbrief vom 28. März zum Thema der Oberhausen-Essener Straßenbahnlinie 105. Diesen Leserbrief hatte ich allerdings bereits vor dem Ratsbürgerentscheid an die WAZ-Lokalredaktion übermittelt. Bedauerlicherweise wurde er erst jetzt veröffentlicht, so dass durchaus nachvollziehbar der Eindruck des „schlechten Verlierers“ entstehen konnte. Dem ist aber nicht so.

Was die Vergleiche mit Potsdam und Magdeburg angeht, habe ich dabei ohne Blick auf die Himmelsrichtung auf aktuelle Fälle zurückgegriffen. Um das Totschlagargument, die Verkehrsprojekte „liegen im Solizuschlag geförderten Osten“ zu entkräften und Äpfel mit Äpfeln zu vergleichen, hier Beispiele aus dem Westen von Deutschland. Die einwohnermäßig vergleichbaren Städte Braunschweig, Freiburg und Mainz investieren in ihre bestehenden Straßenbahnnetze und bauen diese auch aus. Mainz verlängert sogar seine Straßenbahn um 9,2 Kilometer. Die einwohnermäßig kleineren Städte Darmstadt, Heidelberg, Würzburg planen, bauen und untersuchen neue Strecken. Das im Vergleich zu Oberhausen wesentlich kleinere Ulm (ca. 123 000 Einwohner) hofft 2018 seine 9,3 Kilometer lange Neubaustrecke in Betrieb zu nehmen. Alle wurden mit Steuergeldern vom Bund und Land gefördert auf Grundlage der „Standarisierten Bewertung“ mit dem Faktor über 1. Als Trost für alle Befürworter des Ausbaus der Linie 105 von Frintrop zur Neuen Mitte Oberhausen: Auch in Heidelberg wollte man eine Lücke im Netz schließen. Nach 25 Jahren lagen endlich die Schienen. Also Geduld! Bruno Rebbelmund, ehemaliger WAZ-Leserbeirat