Ältester Jungunternehmer in Oberhausen hat Erfolg mit Babyladen
07.02.2011 | 18:20 Uhr 2011-02-07T18:20:00+0100
Oberhausen. Als Arvid Domdey (60) seinen Job verlor, versuchte er sein Glück mit einem Babyladen. Mit Hilfe der Arge absolvierte er ein Gründungsseminar, erhielt Zuschüsse und Zugang zu Kursen am Weiterbildungsinstitut. Mittlerweile steht er auf eigenen Beinen.
Arvid Domdey hat es geschafft: Der älteste Jungunternehmer unserer Stadt steht nach nur einem Jahr auf eigenen Beinen. „Bombenmonate“ seien der Dezember und Januar für sein Fachgeschäft für Baby- und Kinderwaren aus zweiter und erster Hand gewesen, deshalb wird der 60-jährige Gründer nun keine staatlichen Fördermittel mehr in Anspruch nehmen: „Seit dem 1. Februar bin ich frei und allein verantwortlich.“
Arge begleitete ihn Liebevoll
Vor neun Jahren hat der Oberhausener seine Anstellung bei einer Dichtungsfabrik verloren. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin übernahm er einen Baby-Secondhand-Laden in Altenessen. Weil es mit dem Geld vorne und hinten nicht reichte, musste Domdey aber Hartz IV beantragen. Beim ersten Gespräch mit der Arge Soda kam der Babyladen unter mittlerweile Oberhausener Adresse zur Sprache: Domdey wurde sogleich für ein Gründungsseminar angemeldet, erhielt Zuschüsse und Zugang zu den Kursen am Weiterbildungsinstitut. „Die Mitarbeiter dort haben mich liebevoll begleitet, auch Oliver Meininghaus vom Jobcenter bin ich für seine Hilfe sehr dankbar.“ Das Kompliment geht zurück: Domdey sei äußerst aktiv, habe sich stets um Fortkommen bemüht, heißt es von vielen Seiten.
Im vergangenen Jahr haben rund 80 Gründer ein so genanntes Einstiegsgeld bezogen. Mit diesem Zuschuss werden Jungunternehmer unterstützt, die sich aus der Arbeitslosigkeit heraus eine neue Existenz aufbauen wollen. Gezahlt wird er zwölf Monate lang, fast 95 Prozent der Gründer stehen danach auf eigenen Beinen: Arvid Domdey ist einer von ihnen.
Kreativ ans Marketing gehen
Sein Erfolgsgeheimnis: Der 60-Jährige nimmt auf Kommission von rund 170 Müttern aus der Umgebung so viele gebrauchte Waren an wie er saisonbedingt entweder in seinem Geschäft oder über seine Internetseite verkaufen kann. Dazu repariert er Kinderwagen innerhalb einer kurzen Zeitspanne, vertreibt unter anderem neue Buggys und Krabbelschuhe aus, seinen Angaben nach, giftfreiem Rindnappaleder mit Namensbestickung oder Glitzersteinen.
Gute Ideen allein reichen aber nicht, „man muss auch kreativ ans Marketing gehen“, sagt Domdey. Er verteilt Gutscheine bei Frauenärzten, hat auf Nachfrage Frühchenmode in seine Kollektion aufgenommen, die er in den Krankenhäusern bewirbt. Nun überlegt er, sein Geschäft an der Hermann-Albertz-Straße zu erweitern: „Im Keller hätte ich Platz für meine Kollektion an Kinderwagen, dann müsste ich zum Vorführen nicht immer nach draußen.“

19:53
Das ist doch mal eine richtig schöne Geschichte. Freut mich für Herrn Domdey, den Krümel Shop, für Oberhausen und das JobCenter. Eine Win-Win-Win-Win Situation. Weiter so!!!!