Ältere Einwanderer suchen in Oberhausen öfter Hilfe

Emine Yaman berät seit Mitte Februar ältere Menschen mit Migrationshintergrund.
Emine Yaman berät seit Mitte Februar ältere Menschen mit Migrationshintergrund.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Angebot für ältere Menschen mit Migrationshintergrund im Bert-Brecht-Haus Oberhausen. Großer Bedarf wird nach Umzug in die City deutlich.

Oberhausen.. Der Umzug hat sich ganz offensichtlich gelohnt: Im Februar ist der Beratungsstand für ältere Einwanderer in Oberhausen von der Bebelstraße in die City gezogen. Und prompt schnellt die Zahl der Beratungen nach oben: Im Wohnpark an der Bebelstraße gab es im ganzen Jahr 2014 gerade einmal 23 Beratungen. Im Bert-Brecht-Haus, dem jetzigen Standort, waren es alleine in den ersten Wochen 41.

Ein Mal in der Woche, an jedem Donnerstag, steht Emine Yaman im Eingangsbereich des Bert-Brecht-Hauses und wartet auf hilfesuchende, ältere Migranten. Bei allen Fragen rund ums Thema Gesundheit steht sie den Senioren mit Migrationshintergrund zur Seite.

Kontakt zu Ämtern und Behörden

„Die Leute kommen zum Beispiel, weil sie nicht verstehen, was es mit den verschiedenen Pflegestufen auf sich hat“, erklärt die 42-Jährige. Ihre Aufgaben: Die Menschen mit den nötigen Informationen versorgen, Orientierungshilfen geben und den Erstkontakt zu den zuständigen Ämtern oder Behörden herstellen.

Der Großteil der Menschen, die zu ihr kommen, sei türkischstämmig, sagt Emine Yaman. „Aber es sind natürlich alle Nationalitäten herzlich willkommen.“ Sprachprobleme? „Egal, ob deutsch, türkisch oder andere Sprachen: Bis jetzt haben wir uns alle prima verstanden“, sagt Yaman und lacht herzlich.

Angebot soll zur Regel werden

Das Angebot ist ein städtisches, der Fachbereich ältere Menschen, Pflegebedürftige und behinderte Menschen der Stadt Oberhausen trägt die Kosten von 13 270 Euro im Jahr. Aber: Es ist immer nur auf ein Jahr ausgelegt, das Projekt muss immer wieder neu genehmigt werden.

„Unser Ziel ist es aber, dass das Beratungsangebot zur Regel wird“, sagt Ercan Telli, Geschäftsführer des Integrationsrates. Denn der Bedarf sei da. Er sei übrigens schon lange da „uns war das nur nicht bewusst“, sagt er. Deshalb sei das Problem in der Vergangenheit auch stellenweise leider zu kurz gekommen. „Dafür kümmern wir uns jetzt richtig.“

Angebot spricht sich herum

Gerade deshalb sei wichtig, dass besonders viele Menschen auf das Beratungsangebot aufmerksam werden – deshalb der Umzug ins stark frequentierte Bert-Brecht-Haus. Auch Emine Yaman und die anderen vier Beratungskräfte wirken als Multiplikatoren: Sie erzählen im Freundes- und Bekanntenkreis von ihrer Arbeit, das Beratungsangebot spricht sich herum. „So soll es sein“, sagt Ercan Telli.

Insgesamt gibt es drei Beratungs-Standorte in Oberhausen: Neben dem Bert-Brecht-Haus auch im Technischen Rathaus Sterkrade und in den Räumen von „Pro Wohnen“ an der Wasgenwaldstraße in Osterfeld. Der Verein kümmert sich um die Koordination des Beratungsangebotes. Bei ihm sind Emine Yaman und ihre Kollegen als geringfügig Beschäftigte unter Vertrag.