Abschied oder Ausschluss - BOB-Führung wartet auf Antwort

Bei der konstituierende Sitzung des Rates  am 30. Juni 2014 stimmte man bei BOB (in der Bildmitte Albert Karschti und Karl Heinz Mellis) noch einmütig ab. Inzwischen steht die Fraktion vor der Spaltung.
Bei der konstituierende Sitzung des Rates am 30. Juni 2014 stimmte man bei BOB (in der Bildmitte Albert Karschti und Karl Heinz Mellis) noch einmütig ab. Inzwischen steht die Fraktion vor der Spaltung.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Bis Mittwoch erwartet die BOB-Führung schriftliche Äußerungen von Karschti und Walther, ob sie die Fraktion verlassen. Sonst droht ein Ausschlussverfahren.

Oberhausen.. Die Auseinandersetzungen und Querelen in der Ratsfraktion von BOB (Bündnis Oberhausener Bürger) haben noch kein Ende gefunden. Als sich am letzten Freitagnachmittag die Fraktion traf, zu der laut Vorsitzendem Karl-Heinz Mellis mit allen Bürger-, Ausschuss-, Rats- und Beiratsmitgliedern über 20 Personen gehören, fehlten zwei Fraktionsmitglieder: Andrea Cora Walther (Urlaub) und Werner Nowak (krank).

Lange diskutiert

Mellis gestern zur NRZ: „Wir haben lange diskutiert und auf eine Abstimmung verzichtet, weil wir nicht komplett waren. Aber nach meinem Eindruck hat sich niemand gefunden, der für Frau Walther oder Herrn Albert Karschti Partei ergriffen hätte. Wir haben beide darum gebeten, die Fraktion freiwillig zu verlassen.“

Stand der Dinge: Bis Aschermittwoch erwartet die BOB-Führung schriftliche Äußerungen von Karschti und Frau Walther, ob sie die Fraktion verlassen oder sich einem Ausschlussverfahren stellen wollen; am 28. Februar soll letztlich entschieden werden. Karschti: „Ausschlussverfahren sind kompliziert und können lange dauern. Ich denke, wir werden uns verabschieden.“

Verschiedene Gründe

Mellis nennt als Gründe der Spalter-Tendenzen eher allgemein „Alleingänge“ sowie „Waschen schmutziger Wäsche“ und gibt sich zurückhaltend: „Wir wollen nicht alles an die Öffentlichkeit bringen.“ Er übt auch Selbstkritik: „Wir sind als BOB sehr jung und haben uns in kürzester Zeit um ausreichendes Personal für die letzte Kommunalwahl kümmern müssen.

Da ist sicher in dem einen oder anderen Fall nicht hinreichend sorgfältig gearbeitet worden.“ Damit spricht er an, dass Frau Walther etwa als „Trotzkistin“ gilt (Karschti: „Das werfen sie mir jetzt auch vor“), und Karschti gilt als wankelmütig, weil er früher schon für Grüne und Piraten aktiv war und sie verlassen hat.

Viel Ärgernis

Karschti ist sauer: „BOB ist ein Bündnis ohne Ideologie und leider auch ohne Transparenz. Es gibt eine klare Tendenz zum Stammtisch, und da kann ich nicht mitmachen.“ Zudem wirft der stellvertretende Fraktionsvorsitzende seinem Vorsitzenden vor: „Er ist vor allem daran interessiert, den Chef zu spielen. Die Machtgeilen bleiben eben machtgeil.“