Abriss des Oberhausener Gefängnisses schreitet gut voran

Barbara Watberg (BLB NRW) und Fabian Weise (Abbruchunternehmen) sind zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten wird.
Barbara Watberg (BLB NRW) und Fabian Weise (Abbruchunternehmen) sind zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten wird.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Schweres Gerät ist angerückt, um das ehemalige Oberhausener Gefängnis dem Erdboden gleichzumachen. Die Arbeiten sind im Zeitplan, so das Land NRW.

Oberhausen.. Fast mühelos bewegt sich der Bagger über den schon stattlichen Berg mit Bauschutt, setzt seinen 27 Meter langen Ausleger mit Abbruchschere an und geht seinem Werk nach: die ehemalige Justizvollzugsanstalt (JVA) in Alt-Oberhausen wird derzeit dem Erdboden gleichgemacht – seit dem 27. Juni laufen die Abbrucharbeiten.

„Bislang gab es keine negativen Überraschungen, wir sind absolut im Zeitplan“, berichtet Barbara Watberg, die Projektverantwortliche des Bau- und Liegenschaftsbetriebs des Landes Nordrhein-Westfalen (BLB NRW), beim Besuch unserer Redaktion auf der Baustelle.

Am Ende bleibt eine geschotterte Fläche übrig

Nachdem die Entkernung erfolgt war – dabei wurden Keramik, Zwischenwände und Elektroleitungen entfernt – ist seit einer Woche schweres Gerät im Einsatz. In wenigen Wochen wird von dem Gebäudekomplex, der als „Amtsgerichtliches Gefängnis zu Oberhausen“ in den Jahren 1906 und 1907 errichtet wurde, nichts mehr übrig sein. „Am Ende wird hier eine geschotterte Fläche sein“, so Watberg.

„Wir haben mit dem angrenzenden Amtsgericht vereinbart, dass wir in den ersten vier Wochen lärmintensive Arbeiten vornehmen“, so Watberg. Dann wird unter der Woche von sieben bis 18 Uhr auf der Baustelle gearbeitet. „Ab August werden die Arbeiten immer erst ab 13 Uhr losgehen.“ Watberg versichert, dass sich im Bauschutt keine Schadstoffe befinden, dies werde auch noch einmal gesondert untersucht.

Ungewissheiten beim Fundament des ehemaligen Gefängnisses

Bis Ende August plant der BLB, die Abbrucharbeiten beendet zu haben. Im Anschluss werden noch kleinere Arbeiten an der Fassade des Amtsgerichts notwendig sein, da einige Außenwände, welche direkt mit der JVA verbunden waren, durch den Abbruch in Mitleidenschaft gezogen werden.

Einige Ungewissheiten gibt es beim Fundament des Gebäudes. „Es ist uns leider nicht komplett bekannt, wie tief das Fundament damals gebaut wurde“, führt Bauleiter Fabian Weise von der Firma Linkamp, die sich auf Abbrucharbeiten spezialisiert hat, aus. Mit den aktuellen Temperaturen fertig zu werden, sei machbar. „Wir machen regelmäßige Pausen, stellen den Mitarbeitern Wasser zur Verfügung.“ Am Freitag wurde etwas früher Schluss gemacht – dann ging es vom Bagger an den Baggersee.

JVA war Zweiganstalt des Gefängnisses in Duisburg-Hamborn

Die JVA wurde als „Amtsgerichtliches Gefängnis zu Oberhausen“ errichtet. Später war das Gefängnis eine Zweiganstalt der Justizvollzugsanstalt Duisburg-Hamborn. Eine letzte, große Modernisierung gab es 1969.

Eigentlich sollte das Gefängnis 2012, nach der Fertigstellung der Ersatzanstalt Düsseldorf, wegen des schlechten baulichen Zustands aufgegeben werden, wurde dann aber vorübergehend für den Zweck der Therapieunterbringung früher frei gezogen (zuletzt waren dort 80 Gefangene untergebracht). Seit dem 31. Dezember 2012 stand das Gebäude schließlich leer.