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A-ha treten nicht nur als Schmusepopper auf

13.11.2009 | 17:15 Uhr
A-ha treten nicht nur als Schmusepopper auf

Oberhausen. Man soll aufhören, wenn's am schönsten ist: Die norwegische Band a-ha machte am Donnerstag auf ihrer Abschiedstour in der Arena in Oberhausen Halt. Liebhaber leichter und seichter Kost kamen dabei nicht auf ihre Kosten.

Eines war nach den ersten Tönen klar: Dieses Konzert wird eine Enttäuschung. Eine Enttäuschung für all jene, die a-ha als seichte Schmusepopper abstempeln, als schnödes Überbleibsel der Synthie-Rock-Pop-Bewegung der 80er Jahre. Denn was die norwegische Band am Donnerstagabend im Rahmen ihrer „Foot Of The Mountain Tour” in der Arena ablieferte, war alles andere als seicht und eintönig.

Vor gleißend roter Video-Leinwand stürmten Morten Harket, Pål Waaktaar-Savoy und Magne Furuholmen die Bühne und legten mit einem stürmischen Rock-Intro zu „The Sun Always Shines On T.V.” los. Die mehr als 5000 Fans waren begeistert, sprangen von ihren Plätzen und sollten diese in den kommenden eindreiviertel Stunden auch nicht mehr besetzen.

Klatschen, knutschen, singen und schwelgen

Frontmann Morten Harket überzeugte mit glasklarer Stimme. Foto: Gerd Wallhorn

Sowieso wunderte man sich ein wenig über die Bestuhlung im Innenraum. Zugegeben, die pickligen Pop-Fans von damals sind etwas in die Jahre gekommen, aber sitzend wollten die wenigsten den Abend verbringen. Sie klatschten zu neuen Songs wie „Riding The Crest” oder „The Bandstand”, sangen die alten Hits wie „Hunting High And Low” mit und schwelgten bei „Velvet” in romantischen Erinnerungen. Einige hatten diese Erinnerung an damals leibhaftig in den Armen, was praktisch war, konnte man so doch die ersten Knutsch-Versuche von damals zu „Manhattan Skyline” mehr als 20 Jahre später gemeinsam noch einmal aufleben lassen.

Der Song von 1986 vereinte all das, was das Konzert in Gänze bot: Leise Töne zum Schmusen, ein dengelndes Schlagzeug, den a-ha-typischen, eingängigen Keyboard-Sound und die über allem thronende, klare Stimme von Morten Harket. Still halten konnte da niemand, nicht mal die Hobby-Filmer, die ihre Handys oder Digitalkameras in die Höhe hielten für den ein oder anderen Schnappschuss oder einen kleinen Live-Mitschnitt. Schade nur, dass die meisten Aufnahmen bei gleichzeitigem Wippen und Im-Takt-Wiegen in die Hose gegangen sein dürften.

Die großen Hits rausgehauen

Dabei dürften gerade solche Erinnerungsfotos den Fans in gut einem Jahr besonders wichtig werden, haben a-ha doch das Ende der Band bekannt gegeben. Das letzte Konzert soll im Dezember 2010 in Oslo steigen.

Auch am Donnerstag war irgendwann Schluss. Als die Stimmung nicht besser hätte sein können, haute die Band noch einmal die großen Hits wie „I'll Soon Be Gone Now”, „Summer Moved On”, den 007-Titelsong von 1987 „Living Daylights” und das aktuelle „Foot Of The Mountain” raus. Nach nicht mal zwei Stunden war der Spaß dann vorbei. Fehlt da nicht noch was? Ja: „Take On Me”, den Song, mit dem a-ha einst groß wurde, gab's als Betthupferl.

Nadine Gewehr

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