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Runden für den guten Zweck

Oberhausen, 13.09.2009, Uwe Brüning (Text) und Hayrettin Özcan (Fotos)

Der Kultur-Run kam bei allen Beteiligten gut an und soll in Zukunft wiederholt werden

Familien und Erlebnistag: Die Vielfalt des Emschertals am Haus Ripshorst genossen viele Familien. Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool Foto: WAZ FotoPool

Wer weiß heute noch, wo sich früher die Zechen befanden, die über Jahrzehnte das Bild des Ruhrgebiets geprägt haben? „Viele der ehemaligen Standorte sind ja nur noch für Spezialisten als solche erkennbar”, sagt Volker Bandelow, Initiator des Projekts SchachtZeichen. Das soll sich im Jahr 2010 ändern, wenn vom 22. bis 31. Mai knapp 400 Luftballons, in bis zu 80 Meter Höhe schwebend und am Boden befestigt, auf die ehemaligen Bergwerke hinweisen: „Sozusagen wie riesige Stecknadeln in der Landschaft.”

Eine Stecknadel befindet sich dann auch an der Essener Straße, wo im ehemaligen Pförtnerhaus der Zeche Ober-hause das Hostel Veritas ansässig ist. Leiterin Christina Antwerpen war begeistert von der Idee. Um den Luftballon und das Drumherum zu finanzieren, hat sie mit Ultramarathonläufer Jörg Schranz den „Kultur-Run” ins Leben gerufen – einen 24-Stunden-Benefizlauf. „Der Lauf soll allerdings keine einmalige Sache sein. Wir wollen die Aktion in den nächsten Jahren wiederholen und damit Kulturprojekte unterstützen”, sagt sie.

Bei bestem Wetter starteten am Samstagnachmittag 17 Marathon- und rund 300 Hobbyläufer auf dem Zwei-Kilometer-Parcours des Bodendenkmals. Etliche Sponsoren zahlten für jede gelaufene Runde ihrer Schützlinge einen vorher festgelegten Betrag. Das Publikum konnte sich an Live-Musik, Imbissbuden und Bierständen erfreuen. Zu jeder vollen Stunde wurde eine Motto-Runde gestartet – vom Karnevalslauf im Kostüm, über einen Bierathlon samt Bierkiste bis zum Stöckel-schuhrennen.

Der Prototyp-Ballon, der während der Veranstaltung am Himmel schwebte, hat auch manche Anwohner angelockt. Helmut Geiermann war auf dem Weg zu einem Freund. „Doch dann wollte ich mal gucken, was hier los ist”, sagt der 77-Jährige. 24-Stunden-Schichten hat er hier früher selbst geschoben, „bei der Berufsfeuerwehr von Thyssen Krupp.” Er wohnt sein ganzes Leben neben der ehemaligen Zeche, hat hier schon als Kind gespielt und ist mit der Geschichte bestens vertraut. „Die hieß ganz früher Zeche Königsberg und 1926 gab es dort einen schweren Unfall”, weiß er zu berichten.

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