Neugestaltung von Saporoshje-Platz und Bert-Brecht-Haus : Kein Kleinod
Ein innerstädtisches Kleinod ist er nicht gerade, der Saporoshje-Platz. Oder, um es mit den Worten von Planungsdezernent Peter Klunk zu sagen: „Er ist kein Park, er ist kein Platz, er ist nicht Fisch, nicht Fleisch.”
Nicht nur der Platz verbucht seine Schwachpunkte, auch dem Innenleben des Bert-Brecht-Hauses, dem Zuhause von Stadtbibliothek und Volkshochschule, könnte eine Neustrukturierung gut tun.
Beides ist geplant. Über die Projekte im Doppelpack informierte sich gestern die SPD. Fraktionsvorsitzender Wolfgang Große Brömer erinnerte an die langjährigen Planungen, die es für Platz und Bert-Brecht-Haus gebe und die jetzt mit Hilfe der Mittel aus dem Konjunkturpaket II auch „zumindest in Teilbereichen umgesetzt werden können”.
Klunk und Kulturdezernent Apostolos Tsalastras stellten den Politikern die Ideen vor. Wobei von den 25 Mio Euro des Konjunkturpaketes II eine Mio Euro in die Neugestaltung des Platzes und 2,5 Mio Euro in das Bert-Brecht-Haus fließen werden.
„In einem ersten Sommerforum im vergangenen Jahr hat es viel Kritik am Saporoshje-Platz gegeben”, erinnerte Klunk. „Ursprünglich sollte er eine breite Straße werden”, erklärte er die Unzulänglichkeit des Platzes. Die Überlegungen gingen nun dahin, ihn ans Bert-Brecht-Haus anzubinden und die Paul-Reusch-Straße in diesem Bereich abzubinden. Was, man ahnt es schon, zur Folge hat, dass Parkpätze wegfallen. Doch da beruhigte Klunk: „Wir würden an einer Kopfseite Ersatzparkplätze schaffen.” Unterm Strich fielen so lediglich zehn Parkmöglichkeiten weg. Klunk: „Wir wollen für den Platz verschiedene Planungsvarianten entwickeln und sie den Ratsgremien vorlegen.” Für eine Umleitung des ÖPNV sei bereits eine Lösung gefunden.
Für das unter Denkmalschutz stehende Bert-Brecht-Haus war einst ein Umbauvolumen von siebeneinhalb Mio Euro ermittelt worden, wie Tsalastras im Anschluss erklärte. „Wir haben überlegt, was wir mit einem Rahmen von 2,5 Mio Euro machen können”, so der Kulturdezernent.
Geplant sei nun einen Eingang zum Saporoshje-Platz hin zu schaffen. Die beiden großen Fenster könnten als Eingangsbereich geöffnet werden. Recht spektakulär ist die Idee, einen Glaskubus von acht mal 18 Metern vor das Bert-Brecht-Haus zu setzen. Der zweistöckige Kubus soll eine Gastronomie beherbegen. Über eine Treppe ist ein direkter Zugang zur Bibliothek geplant.
Die Bücherei selbst wird teilweise auch ins Erdegeschoss ziehen. Für beide Einrichtungen, Bibliothek wie VHS, könnte dann in der zweiten Etage ein großer Vortragsraum enstehen, der bislang fehlt. Tsalastras: „Die genauen Detailplanungen wollen wir mit der OGM und der Denkmalschutzbehörde abstimmen.” Ein Nebeneffekt aller Neustrukturierungen wäre auf jeden Fall, so Tsalastras, dass die bisherige strikte Trennung von Bibliothek und VHS aufgehoben würde.
















