Aus dem Kulturausschuss : Interesse hui, Bestand pfui
Während die Stadtbibliothek bei den Ausleihzahlen im NRW-Vergleich vorne mitmischt, ist wegen des geringen Etats ein Medien-Bestandsverlust zu befürchten. Aufbau der Schulbüchereien dauert deshalb vermutlich länger.
Äußerst positiv wurde der Jahresbericht 2007 der Stadtbibliothek im Kulturausschuss aufgenommen. „Wir bedanken uns”, sagte Gretel Kühr (CDU) und ließ in einer kleinen Lobeshymne Highlights wie die Ereignisse zum 100. Jubiläum der Bibliothek und das Projekt LesenErleben Revue passieren. Die „vorbildliche Aufarbeitung und Darstellung” sowie „den positiven Trend bei den Jugendlichen” lobte Manfred Flore (SPD), äußerte aber den Verdacht, dass OB „bei den Entleihungen gut, im Medienbestand jedoch eher unterdurchschnittlich” dastehe. Eine Vermutung, die Bibliotheksleiter Ronald Schneider bestätigte: „Mit etwa einer Million Ausleihen liegen wir in NRW im vorderen Feld. Wenn aber der Etat auf Dauer so klein bleibt, werden wir einen Bestandsverlust haben.” Auch die Mittel für den Zehnjahres-Entwicklungsplan der Schulbibliotheken – er läuft in diesem Jahr aus – „liegen deutlich unter den damals vorgesehenen Ansätzen”, so Schneider. Deshalb werde die Bibliothek eine fünfjährige Verlängerung vorschlagen. Schneider kündigte an, dass OB am 9. Mai zum zweiten Mal Lesestadt werde als „Impuls für die Leseförderung und -motivation”. Das Modellprojekt Medien-Methoden-Kompetenzwoche, das Elsa-Brändström-Schülern erfolgreich dazu verhalf, „Wege zu zitierfähigen Quellen zu finden”, wie Schneider es ausdrückte, soll zur festen Einrichtung und möglichst mit weiteren Schulen durchgeführt werden. Bei der Entscheidung über die Zuwendungen an Ruhrwerkstatt, Awo, Fabrik K 14, Druckluft und Altenberg äußerte Gretel Kühr Bedenken, „inwieweit sich die Awo hier als soziokulturelles Zentrum versteht”. Diese teilt Frank Dittmeyer (Die Linke.Liste): „Wir lösen das mit einer Enthaltung.” Dabei blieb er letzlich, obwohl sich die Sache aufklärte: Gemeint ist das Awo-Bürgerzentrum Alte Heid. Manfred Flore wies darauf hin, dass sich alle soziokulturellen Zentren bei der „Verteilung des Kuchens” einig seien. „Kleines Geld, große Wirkung”, lobte Flore die Konzertreihe des Künstlerfördervereins. „Mit Freuden” stimme die SPD dem Antrag zu, diese mit 3 000 Euro zu unterstützen. Ein Applaus, den Gretel Kühr mit dem Zusatz „aus vollem Herzen” noch toppte.













